Ein Bach, der durch eine Wiese fließt, ist zu sehen
Kristina Wienand | am

Landvolkpräsident fordert: Düngeregeln müssen auf den Prüfstand

Das Landvolk fordert bei der Bewertung des Gewässerzustandes, das Düngeverhalten von Landwirten künftig besser zu berücksichtigen.

Bei Betrieben mit Tierhaltung fallen immer weniger Dung- und Gärreste an und seit den 1960er Jahren wurden noch nie so wenig stickstoffhaltige Mineraldünger eingesetzt. Angesichts dieser Lage fordert Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies: 

„Wir können und müssen von der Politik in Hannover, Berlin und Brüssel erwarten, dass die aus Sicht des Gewässerschutzes sehr positive Entwicklung im Nährstoffbereich auch honoriert wird.“

 

 

Diesen Schluss zieht das Landvolk Niedersachsen in einer ersten Bewertung, die die Anstrengungen der Landwirtschaft beim Gewässerschutz beinhaltet. Eine ausführliche Dokumentation für Niedersachsen wird es im Nährstoffbericht 2020/21 geben, den Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast für März 2022 angekündigt hat.

Hennies fordert den neuen Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir deshalb auf, die Ergebnisse aus dem Nährstoffbericht mit in die Verhandlungen nach Brüssel zu nehmen, wenn es um die Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie geht. 

Hintergrund: In Niedersachsen belief sich der Dung- und Gärrestanfall zuletzt auf 56 Millionen Tonnen und ist unter anderem wegen der Aufgabe der Tierhaltung in vielen Betrieben tendenziell weiter rückläufig.

Auch der Stickstoff-(N)-Mineraldüngerabsatz geht seit 2017 zurück. Der absteigende Trend hält in Niedersachsen seitdem an und hat nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes einen neuen Tiefstand seit dem Bestehen der Düngeverordnung im Jahre 1996 erreicht.

Der N-Mineraldüngerabsatz liegt im Land demnach nun bei rund 186 Tausend Tonnen. Damit ist der Absatz in nur fünf Jahren um fast 40 Prozent gesunken. Zum Vergleich: Im Wirtschaftsjahr 2016/17 lag der Absatz noch bei 295.000 Tonnen. 

Das Problem: Wegen der langen Fließzeiten des Sickerwassers durch den Boden wird sich diese Situation an den Grundwassermessstellen erst in einigen Jahren widerspiegeln. Daher fordert das Landvolk schon jetzt, dass bei der Bewertung des Gewässerzustandes das Düngeverhaltens von Landwirten besser berücksichtigt wird. 

Mit Material von PM
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