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Kristina Wienand | am

Landwirtschaftsministerin Staudte will Geld für Stallumbauten

Bis zu sieben Milliarden Euro pro Jahr für Stallumbauten fordert Niedersachsens Agrarministerin Miriam Staudte. Hintergrund ist die geplante Tierhaltungskennzeichnung des Bundesagrarministers.

Niedersachsens Agrarministerin Miriam Staudte (Grüne) hat die Bundesregierung zu einem Finanzierungsmodell für Stallumbauten aufgefordert. Notwendig seien bis zu sieben Milliarden Euro pro Jahr, sagte Staudte im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ): „So viel Geld brauchen wir, um die Ställe so umzubauen, dass sie gesellschaftlich akzeptiert werden.“

Der Bundestag hatte am Donnerstag zum ersten Mal über das von Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) geplante Tierhaltungskennzeichnen beraten. Es soll im ersten Schritt nur auf Schweinefleischverpackungen zu finden sein und anzeigen, wie das Tier gelebt hat. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft forderte in der NOZ deutliche Nachbesserungen am Gesetzesentwurf. Der vorliegende Gesetzesentwurf gefährde den Tierwohlfortschritt.

Wie hat das Tier gelebt?

Im Bundestag hat Özdemir am Donnerstag noch einmal für die geplante Kennzeichnung der Tierhaltung bei Fleisch im Supermarkt geworben. Verbraucherinnen und Verbraucher wollten wissen, wie das Tier gelebt habe, das auf den Teller komme, sagte Özdemir im Bundestag bei der ersten Beratung der Gesetzespläne.

Özdemir verteidigte den Gesetzentwurf als „ersten Schritt“. „Wenn wir alles auf einmal machen wollten, dann würde nichts passieren“, sagte Özdemir.

Die Opposition kritisierte unter anderem, dass im kommenden Jahr zunächst nur mit frischem Schweinefleisch im Handel gestartet werden soll.

Nach der Empfehlung der Bundesratsausschüsse hätten die Bundesländer in ihrer Stellungnahme den Gesetzentwurf von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir zur Tierhaltungskennzeichnung ablehnen müssen. Doch die Länder folgten der Ausschussempfehlung nicht und forderten die Bundesregierung stattdessen zu einer Reihe von Anpassungen auf.

Umbau der Tierhaltung als Marathon

„Der Umbau der Tierhaltung ist ein Marathon“, sagte Özdemir. „Wir sind jetzt einfach gestartet.“ Özdemir verwies auf die Eierkennzeichnung vor 20 Jahren - jetzt sei es Zeit für nächsten großen Schritt. „Sonst gibt es nämlich künftig nur noch Fleisch aus dem Ausland.“ Dort würden Tiere nicht besser gehalten. Mit dem geplanten Label sollen Verbraucherinnen und Verbraucher im Supermarkt sofort erkennen, woher das Fleisch stammt und wie die Tiere gehalten wurden.

Vorgesehen ist ein System mit fünf Haltungskategorien während der Mast - vom gesetzlichen Mindeststandard im Stall bis zu Bio. Nachfolgend soll eine Erweiterung auf zusätzliche Tierarten, die Gastronomie sowie verarbeitete Produkte erfolgen. Zuletzt hatte Özdemir auf eine langfristig gesicherte Finanzierung für die Landwirte beim Umbau der Tierhaltung hin zu höheren Standards geworben. Eine Arbeitsgruppe der Koalition soll Vorschläge machen.

Mit Material von dpa
Landwirt zeigt auf Technik im Stall

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