Milchkühe auf der Weide stellen besondere Ansprüche an die Fütterung.
Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Vom Leder ziehen

Moin liebe Leserinnen und Leser, manche Meldungen erwischen mich eiskalt und ohne Deckung. So war es auch bei der Nachricht, dass Volvo in seinen Fahrzeugen zukünftig auf Leder verzichten will. Begründung: Tierschutz und Nachhaltigkeit.

Der Autohersteller ließ verlauten, dass der Schritt hin zu lederfreien Innenausstattungen auch "durch die Besorgnis über die negativen Umweltauswirkungen der Rinderzucht einschließlich der Entwaldung angetrieben" werde.

Denn es werde geschätzt, dass die Viehzucht für rund 14 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen durch menschliche Aktivitäten verantwortlich sei, wobei der Großteil aus der Rinderhaltung stamme. Da hat Volvo mal so richtig vom Leder gezogen!

Emissionen aus dem Verkehrssektor

Bei solchen Aussagen von einem Produzenten für Autos (!!!) fehlen mir die Worte. Das Statistische Bundesamt schätzt, dass etwa ein Viertel des weltweit emittierten CO2 aus dem Transportsektor stammt. Dies entspricht etwa 8,26 Mrd. t CO2 im Jahr 2018, etwa 6,09 Mrd. t davon wurden durch den Straßenverkehr verursacht.

Wer im Treibhaus sitzt, ...

Sehr geehrte Damen und Herren von Volvo, damit erzeugen Ihre Fahrzeuge etwa elf Prozent mehr Gase als die gesamte Landwirtschaft. Rechnen wir dann auch noch Ihren Anteil an den industriellen Emissionen für die Produktion Ihrer Fahrzeuge dazu, erhöhen sich Ihre Treibhausgasausstöße noch einmal deutlich. In diesem Fall würde ich Ihnen doch gerne nahelegen: Wer im Treibhaus sitzt, sollte nicht mit Steinen – oder blöden Parolen – werfen!

Wertschätzung ist gefragt

Diese Meldung hat mich wirklich geärgert. Dabei finde ich den Nachhaltigkeitsgedanken wichtig und richtig. Allerdings halte ich, anscheinend anders als Volvo, Leder für ein äußerst nachhaltiges Produkt. Es ist ein stabiles, langlebiges Naturerzeugnis.

Zu einer sinnvollen Verwertung von geschlachteten Tieren gehört auch die Verwendung ihrer Haut. Wenn wir ein Tier töten, um es für uns zu nutzen, dann bitte ganzheitlich, das zeugt von Wertschätzung und Respekt – gegenüber dem Tier, der Natur und dem Menschen.

Nachhaltigkeit geht anders

Nachhaltigkeit betrifft nicht nur die Innenausstattung eines Fahrzeugs. Nachhaltigkeit bedeutet, dass wir die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen so nutzen, dass sich alle genutzten und beteiligten Systeme auch erholen und wir unsere Bedürfnisse dauerhaft befriedigen können.

Deshalb sollte man, bevor man ausgerechnet Leder aus dem Alltag streicht, vielleicht darüber nachdenken, ob man tatsächlich alle zwei oder drei Jahre ein neues Auto braucht. So wird es den Kunden auch von Volvo in ihrem sogenannten "Schwedenleasing" angeboten.

Bewusst konsumieren - bei allen Einkäufen

Nachhaltigkeit bedeutet für mich, dass man bewusster konsumiert – und zwar bei sämtlichen Einkäufen. Und bevor man mir vorwirft, ich werfe mit Steinen und zertrümmere das Glashaus, in dem ich gerade sitze, gebe ich gleich zu, dass ich mir das auch nicht immer bewusst mache. Aber Einsicht ist der erste Weg zur Besserung und diese gelobe ich hiermit.

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