Angela Merkel
Anne-Maria Revermann | am

Merkel: Landwirte müssen "auskömmlich" ihr Geld verdienen

Angela Merkel spricht sich für faire Beziehungen zwischen Handel und Landwirten aus. Staatliche Eingriffe in die Preise lehnt sie aber ab.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) drängt auf rücksichtsvollere Geschäftsbeziehungen zwischen Lebensmitteleinzelhandel und Landwirten. Es gebe ein gemeinsames Interesse an einer starken regionalen Versorgung, sagte sie am Montag (3. Februar) bei einem Treffen mit Vertretern von Einzelhandel und Ernährungsindustrie in Berlin.

Dabei ziele sie nicht auf staatlich verordnete Mindestpreise. Es gehe darum, gute Lebensmittel zu verkaufen und dafür zu sorgen, dass Landwirte "auskömmlich" ihr Geld verdienten, so Merkel.

 

Können Landwirte mit Auflagen überleben?

Die Kanzlerin verwies auf eine gewachsene Sensibilität für Qualität und Umweltauflagen, die sinnvoll und richtig seien, aber natürlich auch ihren Preis hätten. Die Frage sei, ob diejenigen, die Lebensmittel erzeugten, mit den Auflagen überleben könnten. Dabei sei der Handel jedoch selten direkt mit den Landwirten verbunden.

Dazwischen lägen Ernährungswirtschaft, Großabnehmer, Molkereien oder Fleischverarbeiter, mit denen ebenfalls weiterer Dialog nötig sei.
 

Neue EU-Richtlinie

Angela Merkel machte deutlich, dass die nationale Umsetzung einer EU-Richtlinie gegen bestimmte unlautere Handelspraktiken sehr schnell im Laufe dieses Jahres vorangebracht werden solle.

Sie hob Aktivitäten des Handels für die Einhaltung von Nachhaltigkeit und Menschenrechten bei importierten Lebensmitteln hervor.

An dem Treffen im Kanzleramt mit Verbänden und Vertretern von Supermarktketten nahmen auch Agrarministerin Julia Klöckner und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (beide CDU) teil. Es war bereits nach einem Agrargipfel bei Merkel mit Vertretern der Landwirtschaft in Dezember angekündigt worden.

Hintergrund sind Proteste von Bauern, die sich gegen neue Umweltauflagen, aber auch gegen umstrittene Billigangebote für Fleisch und andere Lebensmittel richten.

Klöckner fordert "Kommunikationsallianz"

Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) sieht nach den Gesprächen Fortschritte. Sie werde nun den Handel und die Landwirtschaft zu einem gemeinsamen Treffen einladen, sagte nach dem Spitzentreffen im Kanzleramt. Sie kündigte zudem an, eine europäische Richtlinie zu unfairen Handelspraktiken schnell umzusetzen. Wer diese nicht einhalte, müsse mit Bußgeldern rechnen.

Es solle außerdem eine "Kommunikationsallianz" geben von Landwirten und Handel zur Wertschätzung von Lebensmitteln. Klöckner verwies in diesem Zusammenhang auf Lock- und Dumpingangebote des Handels. "Wir stehen an der Seite derer, die gute Lebensmittel produzieren." Es müsse aber fair zugehen.

Mit Material von dpa

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