Milchkühe fressen am Futtertisch
Meinung | Gastkommentar von Manfred Tannen, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen | am

Milchviehhaltung: Trotz allem gibt es auch positive Nachrichten

Nein, so dramatisch wie bei den Schweinehaltern und Ferkelerzeugern geht es auf den Milchviehbetrieben in Niedersachsen nicht zu. Aber bessere Preise, die wir dieses Jahr durchaus erzielen, bedeuten nicht gleich eine bessere Stimmung.

Die momentanen und prognostizierten Auszahlungspreise pro Kilogramm Milch hören sich gut an, aber der Preis muss in Relation zu den steigenden Kosten für Düngemittel, Futtermittel und Energie gesehen werden.

Auch wir Milchviehhalter unterliegen nicht zuletzt wegen der Schieflage zwischen Aufwand, Mitteleinsatz und zu geringem Ertrag einem wohl weiterhin starken Strukturwandel.

Vize-Präsident Manfred Tannen vom Landvolk Niedersachsen

Für schlechte Stimmung sorgt aber, dass Politik Möglichkeiten zur Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit zu wenig nutzt oder sogar ohne Folgenabschätzung und Diskussion mit dem Berufsstand Rechtsvorschriften erlässt. Dafür ist die neue Tierschutztransport-Verordnung ein Bespiel. Kälbertransporte sollen künftig nicht wie bisher nach 14 Tagen, sondern erst nach 28 Tagen möglich sein.

Weitere Belastung

Das ist eine weitere Belastung für unsere Milchviehbetriebe. Denn wir müssen größere Stallflächen zur Verfügung stellen, dafür Bauanträge stellen, haben höhere Kosten aufgrund der längeren Haltung und erzielen aber wahrscheinlich keinen besseren Markterlös für diese älteren Kälber.

Dabei ist die Einhaltung der Übergangsfrist von nur einem Jahr utopisch und der Gewinn für den Tierschutz mehr als fraglich.

Benachteiligung für Grünlandbetriebe

Auch ziehen dunkle Wolken für uns Landwirte auf, insbesondere auf Grünland- und Moorstandorten, durch immer strengere Auflagen der gemeinsamen Agrarpolitik Europas, der GAP. Die neue GAP-Förderung ab 2023 lässt zwar für alle Betriebe in ihrer Einkommenswirkung deutlich nach, Milchvieh-, insbesondere aber Grünlandbetriebe auf Moorstandorten und in Schutzgebieten werden stark benachteiligt.

Ein Grund dafür liegt in dem deutlich erhöhten Aufwand durch die Grundvoraussetzungen, die zur Antragsstellung erfüllt werden müssen. Bei hohem Futterbedarf steht dann schnell die Sinnhaftigkeit der Antragsstellung infrage, auch weil für diesen Betriebstyp wohl kein wirklich passendes Angebot bei den Ökoregelungen geschaffen wird.

Es gibt aber auch positive Nachrichten

Niedersachsen ist und bleibt ein Gunststandort für die Milchviehhaltung. Zudem können wir in der Klimadiskussion im Vergleich zu anderen Ländern mit einem durchaus wettbewerbsfähigen CO₂-Fußabdruck pro Liter Milch punkten.

Immerhin, der Milchauszahlungspreis in Niedersachsen ist seit Februar kontinuierlich gestiegen. Die geringere Milchmenge der vergangenen Monate führt bei guter Nachfrage zu höheren Milchpreisen.

Insgesamt sind damit die Signale der Märkte momentan deutlich positiver als die unserer Volksvertreter aus den zuständigen Ministerien.

 

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