Moor von oben
Janina Schuster | am

Moorschutzmaßnahmen rufen Entrüstung der Landwirte hervor

Seitdem das Thema Klimaschutz auch die Politik umtreibt, wird in vielen Bereichen versucht zu verbessern oder wiederherzustellen, was jahrzehntelang wenig beachtet wurde. So auch beim Moorschutz.

Die Bund-Länder-Zielvereinbarung lässt die Menschen in den betroffenen Gebieten perspektivlos zurück. Die Moore in Niedersachsen wurden seit Jahrhunderten im Sinne der Gesellschaft entwässert und nutzbar gemacht. "Dadurch haben die Menschen dort Heimat gefunden, sich eine Lebensperspektive und einen Wirtschaftsstandort geschaffen", verdeutlicht Karsten Padeken, Vorsitzender im Landvolkkreisverband Wesermarsch. Nun sollen viele Moorregionen wiedervernässt werden. Eine Klimaschutzmaßnahme gegen das stete Freiwerden von gespeicherten CO2-Mengen.

Minister haben schlecht verhandelt

Die Entrüstung bei den Menschen in den betroffenen Regionen ist groß, denn am 20. Oktober unterzeichneten Umweltminister Olaf Lies und Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast eine Bund-Länder-Zielvereinbarung zum Moorbodenschutz. "Da wurde dem Bund viel zugesagt und viel zu wenig Gegenleistung eingefordert", sagt Padeken. Er wirft den Ministern vor, schlecht verhandelt zu haben. Die Wiedervernässung soll ohne ausreichende finanzielle Umstrukturierungshilfen stattfinden. Dies gleiche einer kalten Enteignung auf dem Rücken der Menschen. Dementsprechend aufgebracht sind die dort angesiedelten Landwirte.

Gelder reichen kaum aus

Padeken fordert die Landesregierung auf, eine Folgenabschätzung sowie ein umfassendes Finanzierungskonzept für die Umstrukturierung vorzulegen. Ausgehandelt sind bislang 330 Millionen Euro für alle Bundesländer zusammen. Dieser Betrag stellt eine Gegenleistung für die zugesagte Minderung von fünf Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente dar. Nach Einschätzung des Landvolk Niedersachsens reiche dies kaum für die dafür notwendigen wasserwirtschaftlichen Planungs- und Verfahrenskosten aus.

Menschen brauchen Perspektiven

Von allen Bundesländern trifft es Niedersachsen am stärksten. Das Bundesland hat viele Moorflächen. Dementsprechend stark ist es auch von der vereinbarten Umstrukturierung betroffen. "Das geht nur mit Strukturhilfen im großen Maßstab, um den Menschen vor Ort eine Perspektive zu bieten", sagt Padeken.

Mit Material von LPD
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