Reihe von Traktoren auf einer Straße bei einem Bauernprotest
Christel Grommel | am

NABU kritisiert Proteste der Landwirte

Bauern aus Niedersachsen demonstrieren heute wieder. Der NABU kritisiert die Aufrufe des LsV zum Protest und bemängelt, dass dieser kein Interesse an einem konstruktiven Dialog habe.

Der Naturschutzbund Nabu kritisiert mit scharfen Worten die heute stattfindenden Proteste des LsV. 

Man sehe keine Bereitschaft zu einem Dialog, es Würde "eine rote Linie" überschritten und keine Lösung seitens des LsV angeboten. Der Nabu kritisierte insbesondere auch die im Vorfeld in den sozialen Medien geteilten Aufrufe zu den Protesten. Man habe "martialische Worte" und "gewalttätige Sprache" genutzt und wolle mit "fragwürdigen Methoden" eigene Interessen durchsetzen. 

In einer Pressemitteilung äußerte sich der Landesvorsitzende des NABU Niedersachsen, Dr. Buschmann: "Mittels gewalttätiger Sprache wird in den Sozialen Medien zum verbalen Krieg gegen die Regierung und gegen Naturschutzorganisationen geblasen. Das lässt jeden Anstand vermissen. Wir müssen hoffen, dass sich diese gewalttätigen Online-Aufrufe nicht auf der Straße entladen."

Die Reaktion der Landwirte im LsV sei für ihn nicht nachvollziehbar: "In Zeiten des massiven Artenrückganges und der Lebensraumverluste ist eine solche Reaktion völlig unverständlich und kontraproduktiv". Der kürzlich vorgestellte Bericht zur Lage der Natur verdeutliche eindrücklich, wie schlecht es um sie bestellt sei. "Anstatt sich mit den Problemen konstruktiv auseinander zu setzen, wurde bis heute seitens der organisierten Landwirtschaft des LsV noch keine Lösung angeboten. Der Naturschutz ist auf jeden Fall das falsche Feindbild, das sich LsV ausgesucht hat."

Buschmann zeigte auch Verständnis, wünschte sich aber Proteste in eine andere Richtung: "Wir verstehen die Landwirte, die jahrzehntelang dem Credo "Wachse oder Weiche" folgen mussten besser, als einige glauben mögen. Es kann nicht sein, dass Bauernhöfe zu Agrarfabriken wachsen müssen, um zu überleben. Besser wäre es, wenn auch LsV sich für eine Agrarwende in der Politik zu mehr Subventionsgerechtigkeit und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft einsetzen würde. Die bäuerlichen Betriebe würden davon genauso profitieren wie die Umwelt."

Mit Material von NABU

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