Nährstoffbericht Landespressekonferenz

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Madeline Düwert | am

Nährstoffbericht Niedersachsen: Das sind die Ergebnisse

Der Stickstoffüberschuss ist stark rückläufig, doch die Lage beim Phosphat hat sich verschärft. Das zeigt: Die Düngesituation in Niedersachsen entspannt sich noch nicht.

Die Düngeverordnung zeigt Wirkung

 „Wir sind in Niedersachsen auf einem guten Weg“, sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast heute auf der Landespressekonferenz in Hannover. „Der Nährstoffbericht zeigt, dass die Instrumente und Düngevorgaben greifen“, sagte sie. Landwirte scheinen ihre Düngung mittlerweile realistischer zu planen. Zwei Landkreise haben es sogar geschafft, aus dem Stickstoffüberschuss heraus zu kommen, erklärte die Ministerin. „Ich finde, das ist ein Erfolg.“

Es besteht jedoch weiterhin Handlungsbedarf, um die Nährstoffüberschüsse in Niedersachsen zu reduzieren. „Wir haben immer noch zu viel Stickstoff und Phosphor im Wasser“, erklärte Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Allerdings sind die Nährstoffausscheidungen in der Tierhaltung rückläufig, das ist sehr erfreulich.“

In nächsten Schritt bedeutet das: nicht nur auf Landesebene müssen die düngerechtlichen Vorgaben erfüllt werden, sondern auch auf Ebene der Landkreise bzw. kreisfreie Städte. Die Lagerhaltungen für Wirtschaftsdünger gewinnen zunehmend an Bedeutung, um die Überführung von z.B. Gülle aus tierintensiven Gebieten in Ackerbauregionen zu gewährleisten.   

"Unsere Landwirte setzen alle Hebel in Bewegung, um die im Mai 2017 verschärften Vorgaben der Düngeverordnung zu erfüllen,“ kommentiert Landvolkvizepräsident Dr. Holger Hennies den Nährstoffbericht.

Das sind die Ergebnisse

Die Wirtschaftsdüngermenge hat sich im Vergleich zum Vorjahresbericht 2017/2018 um 1,5 % verringert. Der Stickstoff- und Phosphoranfall ist um rund 2 % gesunken.

 

Fünf Landkreise überschreiten die Stickstoff Obergrenze

Die Stickstoffobergrenze von 170 kg/ha aus Wirtschaftsdünger und Gärresten überschreiten fünf Landkreise in Niedersachsen. Betroffen sind die Landkreise Oldenburg, Vechta, Cloppenburg, Grafschaft Bentheim und Rotenburg (Wümme). Im Vorjahr waren zusätzlich noch die Landkreise Emsland und Ammerland betroffen, sie weisen jetzt keinen Stickstoff-Überschuss mehr auf.  

Mineralstoffabsatz ist gesunken

Die Stickstoffmenge, die über die berechnete Düngerempfehlung der Landwirtschaftskammer von Landwirten ausgebracht wird, der Stickstoffdüngersaldo, hat sich von knapp 50.000 t Stickstoff auf knapp 30.000 t Stickstoff reduziert.

Das sei in erster Linie durch einen bemerkenswerten Mineraldüngerabsatz hervorgerufen, erklärte Heinz-Herrmann Wilkens von der Düngebehörde der LWK. Dieser ist im Vergleich zum Berichtszeitraum 2017/2018 um rund 28.000 t von etwa 250.000 t Stickstoff auf etwa 222.000 t Stickstoff gesunken.

Phosphatmengen angestiegen

Nach einem Rückgang des landesweiten Phosphat-Überschusses im letzten Nährstoffbericht, ist er jetzt wieder von rund 24.000 t auf rund 33.000 t Phosphat angestiegen.

Aktuell würden 12 Landkreise bzw. kreisfreie Städte, die ab 2023 geltende Obergrenze von maximal 10 kg Phosphat je Hektar überschreiten.

Das sich daraus ergebende Flächendefizit könnte in den kommenden Jahren weiter auf rund 164.000 ha steigen.

Das zeigen die Messstellen 

Nach dem aktuellen Nitratbericht des Bundes überschreiten 38 % der niedersächsischen Grundwassermessstellen den Grenzwert von 50 mg/l Nitrat, bundesweit ist dies bei 28% der Messstellen der Fall.

Noch schlechter fällt die Bewertung der Oberflächengewässer aus. Nur 2% der niedersächsischen Oberflächengewässer erreichen die Ziele gemäß EG-Wasserrahmenrichtlinie.

 

Düngerrechtliche Kontrollen

Erstmals wurde im Nährstoffbericht Einblick über die Systematik und Durchführung der düngerrechtlichen Kontrollen gegeben. Grundlage der Kontrollen ist die EDV-gestützte Risikoanalyse von Betrieben, die seit Herbst 2019 durch die elektronische Nährstoffmeldung „ENNI“ unterstützt wird.

Auf diese Weise sollen Betriebe mit großen Nährstoffproblemen identifiziert werden.

Änderungen bei der verschärften Düngeverordnung einbringen

Trotz aller Vorgaben dürfe nicht vergessen werden, „dass Landwirte zwar das Wasser schützen müssen, sie aber auch Menschen zu ernähren haben“, sagte Barbara Otte-Kinast. Die Änderungswünsche aus Niedersachsen finden sich im aktuellen Entwurf zur Verschärfung der Düngeverordnung nicht wider. Deshalb kündigte die Ministerin an, Änderungsanträge zu stellen. Wichtig sei ihr beispielsweise die Übernahme einer Transparenz der Wirtschaftsdüngerströme und das Verursacherprinzip.  Am 12. März wird über alle Änderungsanträge aller Bundesländer entschieden.

Mit Material von ML

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