Eine Honigbiene ist im Anflug auf eine Süßkirschblüte
Meinung | Madeline Düwert | am

Naturschutz ist egoistisch

Naturschutz kann für viel Ärger sorgen. Das fängt beim Streit zwischen den Beteiligten des Niedersächsischen Wegs an, die sich über den Alleingang des Nabu mit seinem Volksbegehren ärgern und hört beim Landwirt auf dem Feld auf, der vor lauter Gewässerrandstreifen bald nicht mehr weiß, wo er noch pflügen soll.

 Trotzdem ist Naturschutz wichtig. Natur-, Umwelt- und Klimaschutz – hört sich eigentlich ganz fürsorglich an, doch im Grunde geht es gar nicht um die Natur an sich. Es geht um uns.

Wenn sich unsere Lebensbedingungen verändern, hat nicht die Natur damit ein Problem, sondern nur wir. Schließlich ist die Erde im ständigen im Wandel. Seit 4,6 Milliarden Jahren formen Wasser, Hitze, Vulkane und Erdbewegungen ihr Aussehen. Mal eiskalt, mal glühend heiß, das lässt Arten sterben und neue entstehen. Und momentan hat sich zufällig eine Umwelt gebildet, in der wir Menschen leben können.

Das Zeitalter des Menschen

Bislang erlebte die Erde fünf große Massensterben, die immer auf eine drastische Veränderung der Lebensbedingungen zurückzuführen waren. Als Vorbote des Aussterbens ging zuvor jedes Mal die Artenvielfalt zurück – fällt nur mir eine Parallele auf? Denn augenblicklich sterben so viele Arten wie noch nie, seitdem es Menschen gibt. Und das sind schlechte Aussichten für uns.

Dabei ist der Auslöser des Ganzen ganz nah – es sind wir selbst. Denn erstmals in der Erdentwicklung ist es nicht mehr die Natur, die die Gesetze macht, sondern der Mensch. Und zwar so sehr, dass unser aktuelles Zeitalter auch danach benannt ist – wir leben im Anthropozän, im Zeitalter des Menschen.

Die Erde wird sich arrangieren

Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einigen Jahren noch Eisbären am Polarkreis sehen wollen oder Bienen durch unseren Garten fliegen. Ihr Sterben wäre nicht dramatisch für die Erde, was soll´s, sie kann sich arrangieren.

Ist aber doch eben ziemlich blöd für uns. Wir sind auf Insekten angewiesen, denn sie sind das Fundament unseres gesunden Ökosystems. Und das Fundament sollte man eben nicht wegreißen. Darauf baut alles auf – gibt es viele Insekten, gibt es auch viele Fische, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Alle Arten stehen in einer Wechselbeziehung zueinander.

Das Leben findet einen Weg, mit oder ohne uns

Die Frage ist ganz einfach: Was wollen wir aufs Spiel setzen? In jedem Fall findet das Leben einen Weg, mit oder ohne uns. Vielleicht sollten wir deshalb versuchen, die Natur zu schützen. Dabei geht es nämlich um unsere Zukunft.

Naturschutz ist also ein Schutz in eigener Sache. Ihn zu betreiben, ist vielleicht egoistisch, aber das ist okay. Ob wir in einigen Jahrzehnten mit kleinen Pinseln in der Hand auf Leitern stehen und die Apfelblüten bestäuben müssen, entscheiden wir jetzt. In einem Tal in China wird das bereits gemacht. Zugegeben, dann bin ich doch lieber egoistisch.

 

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