Der Niedersächsische Weg wird von den Beteiligten auf einem Blühstreifen unterzeichnet
Christel Grommel | am

Naturschutzbund startet Volksbegehren Artenvielfalt

Der Naturschutzbund hatte Ende Mai den Niedersächsischen Weg unterzeichnet. Jetzt startet ein Bündnis von Umweltschutz-organisationen, zu dem auch der Nabu gehört, dennoch ein Volksbegehren für mehr Artenschutz.

Der Naturschutzbund (Nabu) zeigte sich zufrieden mit der ersten Resonanz auf das Volksbegehren. "Der Start ist fulminant, es sind bereits Hunderttausende Unterschriftenbögen verschickt worden", sagte der Landesvorsitzende Holger Buschmann.

Buschmann geht davon aus, dass die zunächst benötigten 25.000 Unterschriften bis November problemlos erreicht werden. Damit im Landtag darüber abgestimmt wird, müssten in der zweiten Phase in sechs Monaten zehn Prozent der wahlberechtigten Niedersachsen für das Volksbegehren unterschreiben.

Mit dem Volksbegehren will ein Bündnis von Umweltschutzorganisationen und den Grünen einen verbesserten Artenschutz im Land durchsetzen. 

Otte-Kinast verärgert

Agrarministerin Barbara Otte-Kinast ist verärgert über das Verhalten des Naturschutzbundes. Denn der Nabu habe sich an
einem von der Landesregierung initiierten Plan für mehr Umweltschutz beteiligt, zugleich aber auch das Volksbegehren gestartet.

Nach eigener Aussage sei sie "darüber stocksauer gewesen", mittlerweile aber gelassener. "Das Volksbegehren ist eine politische Kampagne der Grünen und eine Imagekampagne des Nabu, der damit viel Öffentlichkeitsarbeit betreibt", sagte sie.

Landvolk: Niedersächsischer Weg ist der richtige Weg

Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke bezeichnet das vom Nabu und seinem Vorsitzenden Dr. Holger Buschmann zeitgleich auf den Weg gebrachte Volksbegehren als "irritierend", zumal der Nabu-Vorsitzende in die Ausarbeitung des Niedersächsischen Weges mit einbezogen war und diesen auch unterschrieben hat.

"Wir haben mit dem Niedersächsischen Weg den richtigen Weg gewählt - gemeinsam mit Politik und Naturschutzverbänden! Das vom niedersächsischen Naturschutzbund (Nabu) mit den Grünen beantragte Volksbegehren Artenschutz dagegen fällt als reine Absichtsbekundung weit hinter die Ziele des niedersächsischen Weges zurück."

"Unsere Landwirte wollen Leistungen zum Schutz von Natur, Arten und Gewässern erbringen, davon profitiert unsere Umwelt und das entspricht einem echten Mehrwert. Wer mehr für Natur-, Arten- und Gewässerschutz erreichen will, muss die Landwirte als Bewirtschafter der Felder und Wiesen mitnehmen und darf nicht einseitig die wirtschaftlichen Spielräume einengen", unterstreicht Schulte to Brinke. Die Honorierung dieser zusätzlichen Leistungen ist ein fester Bestandteil des Niedersächsischen Weges.
 

Mit Material von dpa, Landvolk

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