Traktor auf Acker
Christel Grommel | am

Neue Bio-Verordnung zeigt Öko-Landwirten Grenzen auf

Die neue Bio-Verordnung schafft keine klaren Rahmenbedingungen und bietet keine Antworten auf die Fragen zur Zukunft des Ökolandbaus.

Ökolandbau kann für viele Fragestellungen eine Lösung sein. Carsten Bauck, Vorsitzender des Öko-Ausschusses im Landvolk, zeigt jedoch auf, wo es Grenzen gibt: "Öko-Landbau muss man leben. Wir haben im Öko-Landbau immer größer werdende Konfliktpotenziale. Bio ist aktuell mit all seinen Bereichen wie Artenschutz oder Biodiversität omnipräsent."

"Zudem wird der Öko-Landbau von vielen bewertet, die nur von außen darauf schauen. Wir sind gespannt, wie die von der Politik angedachten 30 Prozent Öko-Landbau zukünftig umgesetzt werden." Das Wachstum und der Markt im Öko-Bereich seien auch durch den Verbraucher limitiert. 

Schlechte Rahmenbedingungen

Bauck kritisiert die Rahmenbedingungen der neuen EU-Bio-Verordnung, die laut Landvolk grobe handwerkliche Fehler enthalte. "Natürlich kann ein Landwirt seinen Betrieb auf ökologische Bewirtschaftung umstellen, aber die Rahmenbedingungen sind durch die neue EU-Bio-Verordnung unklarer geworden", sagt Bauck. Echte Antworten auf Fragen zur Zukunft des Ökolandbaus gebe es kaum.

Die erste EU-Öko-Verordnung trat 1993 in Kraft. Seitdem wurde diese laufend ergänzt. Die erste große Überarbeitung der Bestimmungen gab es 2007/08, 2018 wurde diese erneut generalüberholt. Die Verordnung muss von den EU-Staaten umgesetzt werden. Ab 2021 ist sie von allen Betrieben und Kontrollstätten im Biosegment anzuwenden.

Bauck bemängelt das Fehlen technischer Rahmenbedingungen zum Beispiel für den Schweine- oder Geflügelbereich. Es gebe kaum Übergangsregelungen und wenn, dann seien diese Zeiten zu kurz oder würden durch landesspezifische Auslegungen der Bio-Verordnungen noch verschärft. 

"Wir hatten eine feste Grundlage, die vor allem die gute fachliche Praxis im Öko-Landbau berücksichtigte. Jetzt wurde einfach der EU-Öko-Standard neu angeordnet, ohne regionale Vorgaben zu berücksichtigen. Die neue Bio-Verordnung ist ein Flickwerk, deren Start durch Corona voraussichtlich um ein Jahr auf 2021 verschoben wird", schildert Bauck die Probleme. 

Lob fand er hingegen für die hervorragende Zusammenarbeit mit dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. 

Mit Material von Landvolk Niedersachsen

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