Barbara Otte Kinast, Landwirtschaftsministerin in Niedersachsen
Anne-Maria Revermann | am

Neuer Entwurf für rote Gebiete in Niedersachsen liegt vor

Nitratsensible Gebiete sollen damit gezielter als bisher ausgewiesen werden. Die roten Gebiete in Niedersachsen werden im Vergleich zur bisherigen Kulisse womöglich kleiner.

Im Frühjahr ist die neue Düngeverordnung in Kraft getreten. Damit verpflichten sich die Länder, nitrat- und phosphatsensiblen Gebiete auf Basis der im September von Bund und Ländern verabschiedeten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift (AVV) neu auszuweisen.

Für Niedersachsen hat Barbara Otte-Kinast am Mittwoch (25. November) den angekündigten, neuen Entwurf zur Ausweisung der roten Gebiete in die landesinterne Ressortabstimmung gegeben. Dazu gehören auch 1.800 Detailkarten mit den roten Gebieten. Der Entwurf regelt insbesondere die künftige Abgrenzung dieser Gebiete für Niedersachsen und zusätzliche Maßnahmen, die dort einzuhalten sind. 

Im Vergleich zur bisherigen Kulisse, werden die roten Gebiete in Niedersachsen - nach derzeitigem Stand - kleiner.

 

Weniger rote Gebiete in Niedersachsen

Die Bewertung und Abgrenzung der Flächen erfolgte in einem dreistufigen Verfahren.

  • Schritt 1: wasserwirtschaftliche Bewertung,
  • Schritt 2: Bewertung der Messungen aus Grundwassermessstellen,
  • Schritt 3: Bewertung der Emissionsdaten.

Besonders Schritt 3 sei aus Sicht Niedersachsens erfreulich: "Diesen Verursacheransatz hatte Niedersachsen gegenüber dem Bund immer vehement eingefordert (...)", betonte Ministerin Barbara Otte-Kinast. „Mit diesem Vorgehen können wir gezielter als bisher nitratsensible Gebiete ausweisen und noch besser als bei der vorherigen Ausweisung darlegen, warum auf diesen Flächen erhöhter Handlungsbedarf besteht."

Die Berechnung der Emissionen berücksichtigt auch den deutlich gesunkenen Mineraldüngereinsatz in Niedersachsen und hat dadurch Auswirkungen auf die Neuausweisung der roten Gebiete. Diese werden damit im Vergleich zur bisherigen Kulisse kleiner. Nach derzeitigem Stand sind es nun rund 31 Prozent, statt bislang 39 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche.

Geringes Auswaschungsrisiko auf Grünland

Die Berücksichtigung des Emissionsansatzes führt dazu, dass Grünland aufgrund seines niedrigen Auswaschungsrisikos nur noch in geringem Flächenumfang in den künftigen nitratsensiblen Gebieten verbleiben wird. 97 Prozent der Fläche, die in den roten Gebieten liegt, sind Ackerflächen.

Geplant ist, die neu gefasste Landesverordnung samt Kartenwerk noch im Laufe des Dezembers dem Kabinett zur Entscheidung vorzulegen. Vorbehaltlich der Zustimmung kann danach die Verbandsanhörung beginnen. Hintergrund für diese Neufassung sind insbesondere die weitreichenden inhaltlichen Änderungen der bundesrechtlichen Vorgaben, die sich aus der Düngeverordnung und der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift ergeben.

„Eine Neufassung der Verordnung schafft eindeutige und verständliche Regelungen. Für mich ein guter Kompromiss, um die Anliegen der Landwirtschaft, der Wasserwirtschaft und der Verbraucher zu berücksichtigen", so Barbara Otte-Kinast.

Mit Material von ML
rotegebiete-demo-klo.jpg
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Die Zuckerrübenernte ist gestartet!
  • Vorstellung der Waldstrategie 2050
  • Kartoffelfeldtag in Dorstadt: Anbauverfahren und Pflanztechnik
  • Digitalisierung im Kuhstall

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen