Ein leerer Kanister steht auf einem Zuckerrüben-Feld
Anne-Maria Revermann | am

Niedersachsen fordert Notfallzulassung von Neonicotinoiden

Seitdem die EU den Einsatz von Neonicotinoiden verboten hat, sei der Zuckerrübenanbau in Deutschland in Gefahr. Einige Bundesländer wehren sich nun.

In verschiedenen Bundesländern, darunter auch Niedersachsen, sind Rufe nach einer Notfallzulassung von mit Neonicotinoiden gebeiztem Saatgut für den heimischen Zuckerrübenanbau laut geworden. Eine einheitliche Regelungen für Landwirte in der EU müsse dringend her.

In Niedersachsen appellierte der agrarpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Hermann Grupe, den deutschen Zuckerrübenanbau nicht gegenüber der europäischen Konkurrenz zu benachteiligen. Der Zuckerrübenanbau in Deutschland sei gefährdet, seitdem die EU Neonicotinoide verboten habe. Die Probleme mit Viren, die durch Läuse übertragen würden, nähmen mittlerweile massiv zu.

Beize birgt keine Gefahr für Bienen

Die FDP-Fraktion wolle im niedersächsischen Landtag eine Notfallzulassung für Neonicotinoide auf den Weg bringen. Denn in zwölf EU-Ländern gelte bereits eine solche Ausnahme. So würden zum Beispiel französische Bauern ab 2021 wieder mit gebeiztem Saatgut arbeiten.

Vor diesem Hintergrund dürfe die Beize in Deutschland nicht verboten bleiben. Andernfalls würden Landwirte massiv benachteiligt, warnt Grupe. Hintergrund des Verbots war auch, Bienen durch den Verzicht von Neonicotinoiden in der Landwirtschaft zu schützen. Grupe sieht darin keinen Widerspruch. Denn Zuckerrüben blühten nicht, sie würden demnach auch nicht von Bienen angeflogen. Der Einsatz dieses Pflanzenschutzmittels bei Zuckerrüben sei für Bienen also ungefährlich. Wenn jedoch weiterhin auf die Beize verzichtet werde, müssten flächendeckend Insektizide und andere Mittel eingesetzt werden.

Mit Material von AgE
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