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Madeline Düwert | am

Niedersachsen: Waldentwicklung braucht Weitblick

„Der vielfach geforderte Waldumbau findet in Niedersachsen längst statt“, betonte Forstministerin Otte-Kinast beim Waldgipel.

In Niedersachsen findet der immer wieder geforderte Waldumbau schon statt. Das betonte Forstministerin Barbara Otte-Kinast am Montag (9. September) während des Waldgipfels. Mit der Weiterentwicklung des niedersächsischen Regierungsprogramms zur langfristigen ökologischen Waldentwicklung (LÖWE+) und der Überarbeitung der Waldentwicklungstypen auf wissenschaftlicher Basis, gebe es gute Entscheidungshilfen für den Aufbau klimaresilienter Wälder.

Die Forderung, die jetzt oft erhoben wird, den Wald sich selbst zu überlassen, sei ökologisch fragwürdig. Aufgrund der Klimaveränderung könnten sich dann Fehlentwicklungen und Waldschutzprobleme ungehindert ausbreiten.

Auch ökonomisch wäre das nicht klug. "Insofern helfen uns politische Schnellschüsse nicht weiter“, erklärte Otte-Kinast. Heute treffe man wichtige Entscheidungen für die nächsten 100 Jahre.

Viele Millionen Bäume in Niedersachsen abgestorben

Der Waldgipfel stand unter dem Eindruck der außergewöhnlichen Lage: Wassermangel, Sonne und Schädlinge verursachen in Niedersachsen Waldschäden in nie gekannten Ausmaß. Allein in diesem Jahr sind auf diese Weise zwei Mio. m³ Schadholz und rund 10.000 ha baumloser Fläche entstanden. Viele Millionen Bäume sind abgestorben.

Soforthilfe und Förderung für betroffene Waldbesitzer

Um die Ausbreitung der Kalamität zu verhindern, unterstützt das Ministerium die betroffenen Waldbesitzer über eine Soforthilfe und eine Förderung. „Der Zugang zu staatlichen Beihilfen für Forstfördermaßnahmen muss einfacher werden“, sagte Barbara Otte-Kinast.

Die Ministerin berichtete während der Sitzung des Niedersächsischen Waldbeirates über Gespräche in Brüssel zur Waldkrise. „Es geht mir auch um eine wirksame Unterstützung der Kleinwaldbesitzer bei Schutzmaßnahmen und Aufforstung. Das darf nicht an der Bürokratie scheitern“, forderte sie. Derzeit bereite ihr Haus eine Vorlage vor, die in die EU-Forststrategie einfließen solle.

Das Papier der Kommission wird derzeit überarbeitet und soll 2020 neu aufgelegt werden.

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