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Niedersächsische Geflügelhalter fordern mehrstufiges Tierwohllabel

Eine Pflicht-Kennzeichnung für Tierwohl und höhere Fleischpreise fordern Niedersachsens Geflügelhalter.

Um den Mehraufwand für eine tiergerechtere Haltung zu finanzieren, forderte der Vorsitzende des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes, Friedrich-Otto Ripke, gestern (19. Juni) bei der Mitgliederversammlung eine Pflicht-Tierwohlkennzeichnung und entsprechend höhere Fleischpreise.

Die Tierhalter bräuchten eine verlässliche Erstattung ihrer Mehrkosten vom Verbraucher. Das Kennzeichnungssystem müsse kenntlich machen, ob die Tiere schlechter oder besser gehalten werden, als es die deutschen Gesetze vorschreiben. Notwendig sei ein für alle verbindliches staatliches Tierwohllabel.

Ripke: Staatliche Kennzeichnung nicht freiwillig

"Die staatliche Kennzeichnung darf nicht freiwillig sein", betonte Ripke. Das von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) auf den Weg gebrachte Modell sieht nur eine freiwillige Teilnahme vor.

Die Verbraucher müssten an dem Label auch erkennen, inwiefern die Haltung über die deutschen Mindestanforderungen hinausgehen. So zum Beispiel, wenn die Tiere an die frische Luft kommen oder mehr Auslauf bekommen wie in der Biohaltung, sagte Ripke. Die Bundesregierung müsste für den Preisaufschlag Richtwerte festlegen.

Die Kennzeichnung muss nach seinen Vorstellungen auch außerhalb des Lebensmitteleinzelhandels und für alle Tierarten gelten, denn der größere Teil des Fleisches wird nicht im Einzelhandel vermarktet, sondern über Großverbraucher, Restaurants und die Systemgastronomie.

Ripke betonte, angesichts steigender Importe aus dem Ausland sei 2019 für die Nutztierhalter in Deutschland ein Schicksalsjahr.

Per Bundesratsinitiative will Niedersachsen jetzt verbindlich und so zügig wie möglich mehr Tierwohl in der Fläche etablieren...

Mit Material von dpa

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