Wolf im Wald
Christel Grommel | am

NRW: Wolfsregulierung durch Jagd gefordert

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) hält das Wolfsmanagement in Nordrhein-Westfalen weiterhin für unzureichend und fordert deshalb eine Bestandsregulierung durch die Jagd.

WLV-Präsident Beringmeier sagte, dass die Zahl der durch Wolfsangriffe getöteten und verletzten Weidetiere deutlich zugenommen habe. In mehreren Regionen Westfalens seien in diesem Jahr zahlreiche Nutztiere durch den Wolf verletzt oder gerissen worden. 

In Kirchhellen und Siegen, im Rhein-Sieg-Kreis und in den Kreisen Paderborn, Höxter, Borken, Coesfeld und Recklinghausen seien die Tiere nachgewiesen worden.

Die ungebremste Ausbreitung der Wölfe sei laut Beringmeier für Weidetierhalter verheerend. Schutzmaßnahmen, etwa durch das Einzäunen von Weideflächen, seien weder bezahlbar noch wirkungsvoll, bei Rindern und Pferden sei eine Einzäunung gegen den Wolf nicht praktikabel. Die Beute sei dem Wolf praktisch ausgeliefert, was auch zu seiner starken Vermehrung beitrage. Deshalb müsse dringend über ein aktives Wolfsmanagement geredet werden, ebenso über Entschädigungszahlungen und Haftungsfragen.

Der WLV untermauerte seine Forderungen mit den Ergebnissen eines Gutachtens, das der Zoologe Prof. Hans-Dieter Pfannenstiel bereits 2017 für den WLV und den Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe erstellt hatte. Demnach dürften sich die bestehenden Konflikte mit dem Wolf verschärfen und möglicherweise unbeherrschbar werden. Zudem konterkariere der Schutz des Wolfes andere Schutzziele wie etwa die Weidetierhaltung und die Biotopvernetzung.

Bisher keine Entnahme in Niedersachsen

In Niedersachsen forderte die FDP-Landtagsfraktion eine Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. Der Agrarsprecher der FDP-Fraktion im niedersächsischen Landtag, Hermann Grupe, kritisierte die Landesregierung. Trotz der Erleichterung von Wolfsabschüssen sei bisher kein einziger Wolf entnommen worden

Grupe argumentierte, dass der Wolf in Niedersachsen schon lange nicht mehr gefährdet sei. Laut Schätzungen der Landesjägerschaft habe sich der Bestand 2020 gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent auf nun 350 Tiere erhöht. Der Wolf bedrohe inzwischen außer Weidetieren auch Wildtiere. "Es ist an der Zeit, den Bestand aktiv zu regulieren, wie es bei anderen Tieren auch geschieht", betonte Grupe. Außerdem müsse es zum Beispiel an den Deichen wolfsfreie Zonen geben. 

Bei einer weiterhin rasanten Vermehrung des Wolfs komme es zu dauerhaften Schäden im Wildbestand, eine Weidetierhaltung werde damit unmöglich. 

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hatte bereits Anfang des Monats appelliert, "endlich den Einstieg in die ernsthafte Bestandsregulierung beim Wolf zu finden".

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