Schlepper auf einem Acker
Anne-Maria Revermann | am

Nutzung von Moor- und Mineralböden: Wie soll es weitergehen?

Das Landvolk Niedersachsen fordert ein Konzept für den Umgang mit der landwirtschaftlichen Nutzung von Moor- und Mineralböden. Landwirte bräuchten hier eine Perspektive, insbesondere was die Tierhaltung betrifft.

Das Landvolk Niedersachsen hat die Bundesregierung aufgefordert, eine Gesamtstrategie für die Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln in Deutschland unter der Maßgabe der „politisch gewollten“ Klimaneutralität zu entwickeln. Ein Konzept für den Umgang mit der landwirtschaftlichen Nutzung von Moorböden müsse her.

Die Landwirtschaft brauche auch im Klimaschutz sowohl bei der Lebensmittelerzeugung auf Mineralboden als auch bei der Nutzung von Moorböden eine Perspektive, insbesondere für die Tierhaltung.

Moorschutzstrategie: "Schleichende Enteignung"

Kritik äußerte das Landvolk an der geplanten Moorschutzstrategie des Bundesumweltministeriums. Abgelehnt werden insbesondere:

  • die vorgesehenen mittelbaren oder unmittelbaren staatlichen Eingriffe in das Privateigentum,
  • die Berufsausübungsfreiheit und
  • die notwendigen Rahmenbedingungen für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe in Moorgebieten.

Das geplante Verbot der Bodenbearbeitung stelle eine „unzumutbare Einschränkung“ dar, auch wenn es für den Erhalt produktiver Grünlandflächen notwendig sei. Als „schleichende Enteignung“ sei der Vorschlag zu bewerten, die Errichtung von Stallgebäuden zu verbieten.

Wiedervernässung: Produktive Tierhaltung unmöglich

Nach Angaben des Landvolks erzielen entwässerte Moorböden in Niedersachsen in der landwirtschaftlichen Nutzung einen Produktionswert auf einem hohen Niveau, das aufgrund des erzeugten hochwertigen Futters für die Milchviehhaltung teilweise die gleiche Größenordnung wie die Nutzung intensiven Grünlands auf Mineralboden erreiche.

Entsprechend hoch sei in den Moorregionen auch der Einsatz und damit die Zahl der Arbeitskräfte in den landwirtschaftlichen Betrieben und den vor- und nachgelagerten Bereichen. Die vom Bundesumweltministerium geforderte fast vollständige Wiedervernässung der Flächen mit dem Ziel einer Klimaneutralität mache die Nutzung für eine produktive Viehhaltung unmöglich.

Mit Material von AgE

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