Der neue Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir will den Waldschutz bei jedem künftigen Handelsabkommen garantieren.

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Ellen Hartmann | am

Özdemir: Zerstörung der Wälder eine Katastrophe für den Klimaschutz

Der neue Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir will sich mehr für den Schutz unserer Wälder einsetzen. So soll der Erhalt der Wälder nun bei allen internationalen Handelsabkommen garantiert werden.

Gestern (13. Dezember) traf sich Cem Özdemir erstmals mit seinen europäischen Amtskolleginnen und Amtskollegen in Brüssel zum EU-Agrar- und Fischereirat. Dabei positionierte sich der neue Bundeslandwirtschaftsminister klar für einen Verordnungsentwurf der EU-Kommission zur Vermeidung von Entwaldung und Waldschädigung bei bestimmten Agrarrohstoffen.  

Waldzerstörung fatal für den Klimaschutz

"Wenn Wälder aktiv zerstört werden, dann ist das fatal für den Klimaschutz", so Özdemir. "Umso wichtiger ist es, auch die importierte Waldzerstörung in den Blick zu nehmen und zu verhindern." Laut dem Bundesagrarminister würden insbesondere Agrarrohstoffe wie Soja, Weizen oder Palmöl, die in Deutschland und Europa konsumiert werden würden, weltweit zur Rodung von Wäldern beitragen. "Dem wollen wir ein Ende setzen, globale Lieferketten müssen entwaldungsfrei sein", so der Grünen-Politiker. "Es ist gut, dass die Kommission mit dem Verordnungsentwurf der Aufforderung des Agrarrats nun folgt, das war ein überfälliger Schritt. Gleichzeitig muss unsere Zustimmung zu internationalen Handelsabkommen wie Mercosur künftig immer auch vom Schutz und Erhalt der bestehenden Waldflächen abhängen." 

Auch Thema: Notfallplan zur Gewährleistung der Lebensmittelversorgung

Bei dem Treffen in Brüssel ging es jedoch auch um den Beschluss von "Ratsschlussfolgerungen für einen Notfallplan zur Gewährleistung der Lebensmittelversorgung und Ernährungssicherheit in Krisenzeiten", heißt es vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL). Özdemir betonte bei der Sitzung, "dass die Corona-Pandemie Irritationen im europäischen Handel mit Lebensmitteln hervorgerufen habe" und machte auf die damaligen LKW-Staus an den Grenzen aufmerksam. "Europa hat hier Teamwork und Standfestigkeit bewiesen", erklärte Özdemir. "Mit dem Notfallplan wird dieser enge Austausch im Krisenfall nun institutionalisiert. Gerade in Sondersituationen müssen wir europäisch denken und klare Strukturen haben, um sofort reagieren zu können, wenn es zu Verzögerungen im Ablauf kommt. Dafür haben wir heute den Grundstein gelegt."

Cem Özdemir ist nun Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung. 

Neue Studie zeigt: Bei 58 Prozent der Legehennen kommt es zu Brustbeinbrüchen

Zusätzlich diskutierten die Agrarminister eine Studie aus Dänemark, die herausgefunden hat, dass es - unabhängig von der Haltungsform - bei knapp 85 Prozent der Legehennen zu Brustbeinbrüchen komme. Der Grund hierfür sei genetisch bedingt, heißt es in der Studie weiter. Laut BMEL würden die Erkenntnisse der Analyse jedoch darauf hindeuten, dass die Zucht hierbei eine wichtige Rolle zu spielen scheine. 

"Der Tierschutz hat für mich oberste Priorität", machte Özdemir deutlich. "Wer sich das Recht nimmt, Tiere zu nutzen, hat auch die Pflicht, sie bestmöglich zu schützen. Die Ergebnisse der Studie sehen wir daher mit großer Besorgnis und nehmen sie sehr ernst. Dänemark werden wir dabei unterstützen, die genauen Ursachen für die Brustbeinbrüche umfassend zu untersuchen. Gleichzeitig werden wir auch in Deutschland prüfen, was wir hier tun können und müssen, um den Tierschutz zu stärken." 

Mit Material von BMEL & dpa

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