Agri-PV_Apfelplantage_Symbolbild

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Kristina Wienand | am

Photovoltaik auf Feldern - Landvolk warnt vor Flächenknappheit

Es klingt nach Zukunftsmusik: Unten wachsen Obst, Gemüse oder Getreide, oben sammelt eine Photovoltaikanlage Energie. Kommen die Agro-(oder Agri-)Photovoltaik-Anlagen flächendeckend?

Niedersachsens Landvolk-Präsident Holger Hennies hat sich skeptisch über mögliche Photovoltaikanlagen auf Wiesen und auf Feldern geäußert. Die Landwirte wollten sich nicht dagegen sperren, „im großen Stil glaube ich aber nicht an die Doppelnutzung“, sagte er dem Bremer „Weser-Kurier“ (Freitag). 

Die Kernfrage sei, ob die sogenannte Doppelnutzung, also Tiere grasen oder Getreide wachsen zu lassen und auf derselben Fläche gleichzeitig Strom zu produzieren, praktikabel sei und sich rechne.

Auf guten Böden sei dies nicht sinnvoll, „denn dann verschenken wir wertvolle Flächen, die wir dringend für die Lebensmittelgewinnung benötigen“.

Von oben Solarenergie, von unten Pflanzenbau: Agri-Photovoltaik-Anlagen sollen einen doppelten Nutzen bringen.

Photovoltaik woanders weniger störend?

Hennies plädierte stattdessen dafür, ungenutzte Dachflächen auf öffentlichen Gebäuden und Gewerbeflächen mit Photovoltaikanlagen zu bebauen: „Dort steckt ein vielfach noch überhaupt nicht genutztes Potenzial.“

Für die Landwirtschaft sei die Flächensteuerung eine der größten künftigen Herausforderungen, erklärte er. Wenn immer mehr Flächen zu Schutzgebieten erklärt würden oder weniger intensiv genutzt werden dürften, stelle sich die Frage nach der Versorgungssicherheit.

„Die Flächenknappheit ist das Thema der nächsten 30 Jahre“, sagte Hennies. Dennoch habe die Landwirtschaft bei erneuerbaren Energien „nach wie vor Potenzial“.

Schnittlauch soll unter Agro-PV-Anlage wachsen

Im Wendland entsteht auf einem ein Hektar großen Acker bei Lüchow in einem Pilotprojekt die größte deutsche Agro-Photovoltaik-Anlage. Direkt unter den Solarständern, mit deren Hilfe Sonnenenergie gewonnen wird, soll im Frühjahr Schnittlauch angepflanzt werden. Die Pilotanlage soll im Jahr mehr als 700 000 Kilowattstunden Strom produzieren, sie kostet 1,3 Millionen Euro. 

Mit Material von dpa
Photovoltaik auf einem Stall, Windräder im Hintergrund

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel suchen und merken

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
Produkte entdecken
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Schweine faserreich füttern
  • Limousinrinderzucht in Ostfriesland
  • Northeimer Wertholzsubmission
  • Sortenleistungsvergleich Energierüben
  • Aus für Biokraftstoffe?

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen