Nitratmessstelle, Grundwasser
Christel Grommel | am

Rote Gebiete werden vereinheitlicht

Die Düngeverordnung wird geändert. Im Zuge dessen sollen jetzt die belasteten Gebiet vereinheitlicht werden. Mehr Qualität und Quantität der Messstellen sowie einheitliche Kriterien zur Ausweisung sollen mehr Verursachergerechtigkeit bringen.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner wird eine Länder- und Verbändeanhörung zur entsprechenden Verwaltungsvorschrift einleiten.

Bisher wurde die Ausweisung der belasteten Gebiete von den Ländern unterschiedlich gehandhabt, was zu Wettbewerbsverzerrungen und Ungleichbehandlungen geführt hat. Die nun anstehenden Kriterien für die Vereinheitlichung wurden von einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe erarbeitet und im Entwurf einer Allgemeinen Verwaltungsvorschrift (AVV) festgelegt.

Kern sind dabei qualitative Verbesserungen bei den Anforderungen an eine Grundwasser-Messstelle sowie die verbindliche Festlegung einer Mindestdichte an Messstellen. Mindestens eine Messstelle auf 50 Quadratkilometer soll es künftig geben.

Klöckner sagte dazu: "Die bundeseinheitlichen Kriterien sind ein wichtiger Schritt für mehr Fairness, Verursachergerechtigkeit und Nachvollziehbarkeit. Bisher sind die Bundesländer hier unterschiedlich vorgegangen. Das hat zu Unmut bei den Landwirten geführt. Dort, wo zu viel gedüngt worden ist, muss sich was ändern, das wissen auch die Bauern. Aber keiner will verständlicherweise für etwas "verhaftet" werden, wofür er gar nicht verantwortlich ist. Hier sorgen wir nun für Transparenz und Vergleichbarkeit. Die passgenaue Ausweisung roter Gebiete durch einheitliche Bewertungskriterien und die festgeschriebenen Anforderungen der Anzahl und Qualität der Messstellen sind entscheidend, um unser Grundwasser sauber zu halten!"

Die wichtigsten Änderungen

  • Künftig werden auch die Standortfaktoren (etwa Bodenart oder die Grundwasserbildung) sowie die Nährstoffflüsse aus der landwirtschaftlichen Nutzung mit in die Berechnung einbezogen.
  • Messstellen sollen qualitativ besser werden und die Dichte des Messnetzes erhöht werden.
  • Mit der AVV wird hinsichtlich der Eutrophierung durch Phosphor transparent festgelegt, ab wann Einträge aus landwirtschaftlichen Quellen signifikant werden.
  • Die Ausweisung der belasteten Gebiete soll künftig alle vier Jahre überprüft werden. Die dabei zugrunde gelegten Daten dürfen nicht älter als 48 Monate sein.
Mit Material von BMEL
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