Lieferantenzufahrt der Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co
Birgit Greuner | am

Rückruf von Wilke-Produkten auch in Niedersachsen

Rückruf von keimbelastetem Wilke-Fleisch: In Niedersachsen haben mehr als 1.000 Betriebe Produkte der hessischen Firma erhalten.

In Zusammenhang mit Listerienerkrankungen werden derzeit sämtliche Produkte des hessischen Herstellers Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG zurückgerufen.

Niedersächsische Behörden hatten bei drei erkrankten Personen einen Keimtyp gefunden, der genetisch eng mit den Listerien verwandt ist, die in den Waren der Firma Wilke nachgewiesen wurden.

Zwei von ihnen sind gestorben. Einer von ihnen starb an einer anderen Erkrankung, bei der zweiten Person habe nicht ermittelt werden können, ob die Listeriose-Erkrankung die Todesursache war.

Produktübersicht der Wilke-Waren

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat nach der Bekanntgabe des Rückrufs am 9. Oktober alle betroffenen Kreise über den Vertrieb von Produkten der hessischen Firma informiert. Grundlage waren seitens der zuständigen hessischen Behörden übermittelte erste Kundenlisten.

Eine Übersicht mit Marken- und Produktnamen des Unternehmens Wilke finden Sie hier…

Kommunale Behörden überwachen Rückruf

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) geht davon aus, dass mehr als 1.000 Betriebe landesweit Produkte der hessischen Firma erhalten haben - vom Einzelhandel über Großküchen bis zu Verarbeitungsunternehmern. Die Produkte sind an der Veterinärkontrollnummer DE EV 203 EG auf jeder Packung zu identifizieren.

Die kommunalen Behörden überwachen den Rückruf. Der Ablauf der Bearbeitung von Schnellwarnungen ist in Niedersachsen durch das Qualitätsmanagementsystem EQUINO für alle Behörden des gesundheitlichen Verbraucherschutzes einheitlich geregelt.
 

Otte-Kinast fordert einheitliche Lieferlisten

Verbraucherschutzministerin Barbara Otte-Kinast erklärte: „Im Zuge eines vorbeugenden Verbraucherschutzes lassen wir alle Produkte der Firma aus den Regalen entfernen." Sie regte an, dass sich die Länder gemeinsam mit der Wirtschaft auf einheitliche Vorgaben für die Erstellung von Lieferlisten einigen.

Das würde einen Rückruf in großem Umfang mit vielen Beteiligten - wie jetzt bei Firma Wilke - verwaltungstechnisch einfacher gestalten.

Listerien besonders bei geschwächtem Abwehrsystem gefährlich

Eine Listerien-Erkrankung äußert sich meist innerhalb von 14 Tagen nach Infektion mit Durchfall und Fieber. Insbesondere Schwangere, Senioren und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem können auch schwerere Krankheitsverläufe mit Blutvergiftung und Hirnhautentzündung entwickeln.

Bei Schwangeren kann, sogar ohne Symptome, das ungeborene Kind geschädigt werden.

Mit Material von dpa/Niedersachsens Verbraucherschutzministerium
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