Schüler diskutieren auf der Konferenz während der Grünen Woche

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Charlotte Meyer | am

Schüler fragen: „Gibt es irgendwann keine Bauern mehr?“

Die Schülerpressekonferenz in Berlin zur Zukunft der Landwirtschaft zeigt, wie gut informiert und interessiert Jugendliche sind. Klima- und Ressourcenschutz, agrarpolitische Anforderungen sowie Verbraucherwünsche standen im Mittelpunkt.

Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin tagten fast 500 Jugendliche von Schülerzeitungen und aus Medienarbeitsgruppen. Die Schüler besuchen Schulen in Berlin und Brandenburg. Bei der traditionell vom information.medien.agrar. e.V. (i.m.a) ausgerichteten Schülerpressekonferenz stand eine Befragung zur Zukunft der Landwirtschaft im Mittelpunkt.

Die Entwicklungen in der Landtechnik, Tierhaltung und Ernährung standen zunächst im Zentrum der Diskussion. Weiteren Themenkomplexen wie den Herausforderungen beim Klima- und Ressourcenschutz, den Anforderungen der Politik und den Wünschen der Verbraucher folgte die Frage der Jugendlichen: „Gibt es irgendwann keine Bauern mehr?“.

„Kein Landwirt geht morgens in den Stall, um seine Tiere zu quälen.“

Klare Worte fand Henrik Wendorff, Bio-Landwirt und Präsident vom Landesbauernverband Brandenburg e.V.: „Wenn es keine Bauern mehr gibt, haben wir Menschen auch nichts mehr zu essen.“ Anschließend beantwortete er viele Fragen der interessierten Jungen und Mädchen rund um fachliche Themen wie Pflanzenschutz oder die Tierhaltung. Besonders zum Thema Tierwohl traf Wendorff eine eindeutige Aussage: „Kein Landwirt geht morgens in den Stall, um seine Tiere zu quälen.“

Auch Landwirtin Hedda Korte, deren Betrieb seit dem 17. Jahrhundert in Familienbesitz ist und die heute ihr Putenfleisch im eigenen Hofladen verkauft, stimmte dieser Aussage zu. Sie regt die Schüler an, Lebensmittel mehr wertzuschätzen und stellt kritisch in den Raum, ob wirklich jeden Tag Fleisch gegessen werden müsse.

Zustimmung fand Korte von Immanuel Nikelski, Pressesprecher der Initiative „Fridays for Future“. Er selbst ist Vegetarier und berichtete über seine Entscheidung zur vegetarischen Ernährungsweise. Seine Eltern betreiben eine Nebenerwerbslandwirtschaft mit Obstbau und einer Schafzucht. Diese wird von Nikelski stets auf nachhaltiges Wirtschaften und das Einhalten der Anforderungen an die Produktion in Bezug auf Klima- und Ressourcenschutz optimiert. 

Mehr Land- und Ernährungswirtschaft in Lehrplänen

Auch Wiebke Hermann, Journalistin von agrarheute, kam zu Wort. Sie erläuterte den Jugendlichen, wie modern die heutige Landwirtschaft durch den Einsatz von Melkrobotern und Drohnen im Pflanzenschutz schon ist. „Die Fragen haben gezeigt, wie gut vorbereitet die Jungen und Mädchen waren. Das ist sicher auch ein Verdienst engagierter Lehrkräfte, denen wir nur danken können“, schlussfolgerte Bernd Schwintowski, der die i.m.a.- Schülerpressekonferenz organisierte. Er wünscht sich für die Zukunft, dass Themen rund um die Ernährung und Landwirtschaft noch mehr in den Unterricht einfließen.

Mit Material von i.m.a. - information.medien.agrar. e.V.

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