Hand greift in sprudelndes Wasser

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Christel Grommel | am

Schulzes Wasserstrategie sorgt für Diskussion

Die Umweltministerin will eine nationale Wasserstrategie entwickeln, die von Ländern und Kommunen umgesetzt werden soll. Doch die stößt auf wenig Gegenliebe.

Die letzten Sommer waren trocken, in einigen Gemeinden kam es zu Wasserknappheit. Umweltministerin Schulze hat für 2021 eine nationale Wasserstrategie vorgestellt. Neue Maßnahmen und eine Hierarchie für die Nutzung wurden vorgeschlagen. Die höchste Priorität habe die Versorgung der Menschen mit Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen. Danach werde es spannend, sagte die Ministerin - und nannte als ein Beispiel die Frage, ob ein Schwimmbad oder die Bewässerung von Gärten vorrangig sei.

Die Union lehnte diese Pläne ab. Deutschland sei nach wie vor ein wasserreiches Land, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nüßlein. Er sieht jedoch auch Bedarf für Änderungen: "Wir müssen mit diesem Wasser aber noch verantwortungsbewusster und effizienter umgehen."

Grünen-Chef Robert Habeck sprach sich für eine bundesweite Bedarfsplanung aus. Die künftige Wasserversorgung in Deutschland bezeichnete er als ein "drängendes Problem". Im inzwischen dritten Dürrejahr in Folge sei ein klarer rechtlicher Rahmen "längst überfällig", äußerte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen.

Versorger fürchten Konflikte mit Landwirtschaft

Die umweltpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion wies auf Fallstricke bei der Wasserstrategie hin: problematisch seien die sehr unterschiedlichen regionalen Rahmenbedingungen. Man könne nicht pauschal auf Bundesebene entscheiden, besonders nicht für Industrie und Landwirtschaft. Schulze will mit der nationalen Wasserstrategie den lokalen Behörden klare Vorgaben an die Hand geben.

Die Wasserversorger warnten vor einem Konflikt mit den Landwirten. Sie forderten eine Priorität der Trinkwasserversorgung gegenüber anderen Nutzungen. Die Landwirte hingegen weisen auf den hohen Stellenwert des Wassers für die Landwirtschaft hin: Die Wassernutzung zur Lebensmittelerzeugung müsse bei regionaler Wasserknappheit Vorrang haben.

Auch der Umweltverband Nabu äußerte sich. Im Zentrum der Maßnahmen müsse die Stärkung des natürlichen Wasserhaushalts stehen. Natürliche Wasserspeicher wie naturnahe Wälder, Moore und Auen müssten verstärkt in den Blick genommen werden. Grundsätzlich begrüßte der Verband aber eine nationalen Strategie zum Umgang mit Wasser.

Mit Material von dpa

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