Bauern protestieren in Spanien
Christel Grommel | am

Auch in Spanien gehen Bauern auf die Straße

Nicht nur in Deutschland ist die Unzufriedenheit bei den Bauern groß. Auch in Spanien regt sich Protest. Ebenso wie in Berlin fuhren in Spaniens Hauptstadt Madrid die Landwirte mit ihren Traktoren vor.

Mit zahlreichen Traktoren versammelten sich hunderte Landwirte vor dem Landwirtschaftsministerium der spanischen Hauptstadt. Sie protestierten gegen die ihrer Ansicht nach zu niedrigen Preise. 

Die Demonstranten sprachen von einer existenzbedrohenden Krise des Sektors. Auch in anderen Städten Spaniens gab es Proteste der Bauern, die vom Kleinbauernverband UPA organisiert wurden. Laut UPA gebe es sechs Supermarktketten, die die Preise in Spanien kontrollierten und sehr niedrig hielten. Die Demonstranten warnten vor einem Generalstreik, wenn nicht bald Lösungen gefunden würden.

Aktualisiert (15. Februar): Größte Proteste in der Geschichte Spaniens

Tausende Landwirte legten am Freitag (14. Februar) in Spanien mit rund 900 Traktoren das Zentrum von Valencia im Osten des Landes lahm. Sprecher der Organisatoren sprachen von knapp 10.000 Teilnehmern. Es sei einer der größten Proteste in der Geschichte der (spanischen) Landwirte gewesen, hieß
es.

Kundgebungen gab es auch in anderen Städten, darunter in Lucena (Andalusien) und Lleida (Katalonien). Die Demonstranten sprechen vor einer existenzbedrohenden Krise des Sektors. In Valencia skandierten sie Slogans wie: "Bitte, Pedro, hilf uns oder wir gehen zugrunde!".  Gemeint ist der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez.

Sánchez hatte sich solidarisch mit den Demonstranten gezeigt. Auf Twitter versicherte er, seine Regierung sei fest entschlossen, Hilf zu leisten. Landwirtschaftsminister Luis Planas traf sich in den vergangenen Tagen bereits zu ersten Gesprächen mit Vertretern der großen Supermarktketten.

Spanien ist einer der größten landwirtschaftlichen Produzenten Westeuropas. Die Agrar- und Viehwirtschaft des Landes beschäftigte zuletzt nach amtlichen Angaben etwa 800.000 Menschen, die auch viele Nahrungsmittel für den deutschen Markt produzieren.

Mit Material von dpa

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