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Christel Grommel | am

Streit um Pflanzenschutzmittel spitzt sich zu

Bis 2030 soll eine Reduktion von Pflanzenschutzmitteln um 50 % erfolgen. Der Streit darum spitzt sich nun zu.

Aus Deutschland kommt Kritik, doch die EU-Kommission dringt weiter auf deutlich weniger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM). „Es ist durchaus möglich, den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren, ohne die Ernteerträge oder die Qualität zu gefährden“, teilte die EU-Kommission auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Es gebe zahlreiche Beispiele und Studien, die zeigten, dass Landwirte den Einsatz von PSM reduzieren und Geld sparen könnten, ohne dass dies Auswirkungen auf die Menge oder Qualität der Ernte habe.

Kritik am Vorhaben der EU-Kommission

Die Kritik an den Plänen der Kommission war scharf. Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast sagte ganz deutlich, dies bedeute das Aus für viele Höfe in Niedersachsen. „Damit verabschieden wir uns von der Selbstversorgung durch die heimische Nahrungsmittelproduktion“, so Otte-Kinast. Sie erwarte eine deutliche Korrektur des Gesetzentwurfs. Dieser muss noch von den EU-Ländern und dem EU-Parlament beraten und verabschiedet werden.

Auch vom Landvolk gab es Protest. Für das Landvolk Niedersachsen entziehen diese Absichten des EU-Umweltkommissars Frans Timmermanns faktisch den Landwirtinnen und Landwirten ihre Arbeitsgrundlage. „Die Pläne gefährden die sichere Versorgung der Verbraucherinnen und Verbraucher mit Nahrungsmitteln, auch hier in unseren Gunststandorten“, warnt Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies. In Niedersachsen könnte bis zu 50 Prozent der ackerbaulich bewirtschafteten Fläche betroffen sein. Es werde dann keine ausreichenden Erntemengen mehr geben.

EU-Kommission: PSM-Einsatz gefährdet Ernährungssicherheit

Die EU-Kommission betrachtet dies exakt konträr. Der bisherige Einsatz von PSM seien ein Risiko für die Ernährungssicherheit. „Weitermachen wie bisher gefährdet die natürlichen Ressourcen, unsere Gesundheit, das Klima und die Wirtschaft“, hieß es. Pflanzenschutzmittel töteten etwa Bestäuber, die essenziell für die Landwirtschaft seien.

Landwirte demonstrieren in Bonn mit Traktoren gegen Auflagen zum Pflanzenschutz

Proteste gegen die Reduktion

Vor wenigen Tagen demonstrierten Landwirte mit rund 200 Traktoren in Bonn gegen das Vorhaben. Laut Polizei beteiligten sich rund 500 Menschen.

Mit Material von dpa, LPD

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