Schweine beschäftigen sich in einer Bucht mit Spielzeug, Maststall

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Anne-Maria Revermann | am

Umbau der Tierhaltung: Wer soll das bezahlen?

Mehr Tierwohl in den Ställen bedingt auch höhere Kosten. Eine sichere Finanzierung muss her, um den Umbau auch tragen zu können, fordert der DBV.

Hinsichtlich der immer lauter werdenden Forderung für den Umbau der Tierhaltung fordert der Deutsche Bauernverband (DBV) eine sichere Finanzierung der Landwirte für den Umbau. "Mehr Tierwohl kann es nicht umsonst geben", sagt DBV-Präsident Joachim Rukwied der dpa. "Wir haben uns offensiv zu einer Weiterentwicklung der Tierhaltung bekannt. Das kann aber nur funktionieren, wenn es gesellschaftlich begleitet wird - bis zur klaren Entscheidung an der Einkaufstheke, für höherwertige heimische Produkte auch mehr zu bezahlen."

Julia Klöckner will "Systemwechsel" in der Tierhaltung

In die Debatte nach mehr Tierwohl und dem geforderten Umbau der Tierhaltung ist nach jahrelangem Streit wieder Bewegung gekommen. Die Politik sucht einen Konsens. Die Agrarbranche sagt: Dieser Umbau kann nicht allein auf Kosten der Landwirte erfolgen.

Hintergrund: Eine Expertenkommission um den früheren Agrarminister Jochen Borchert hatte ein Konzept für weitreichende Tierschutzverbesserungen vorgelegt, das auch eine Förderung vorsieht. Zur Finanzierung wird auch eine Tierwohlabgabe von etwa 40 Cent je Kilogramm Fleisch und Wurst empfohlen.

Der Bundestag hatte das Gesamtkonzept mit breiter Mehrheit unterstützt. Julia Klöckner will vor der Bundestagswahl 2021 Weichenstellungen für einen über Parteigrenzen hinweg getragenen "Systemwechsel" erreichen.

Joachim Rukwied sagt, die Vorschläge müssen nun konkretisiert werden. Bauern dürften keine Zeit verlieren und würden einen Startschuss noch in dieser Legislatur benötigen.

Ferkel im Stall

Tierwohlabgabe gutes Instrument

Laut Rukwied haben nach höheren Standards erzeugte Lebensmittel auch einen höheren Wert und Preis. "Bis dato hat es über den Markt nicht wirklich funktioniert." Die Finanzierung des Umbaus müsse gekärt werden - und die Tierwohlabgabe sei ein mögliches Instrument hierfür. Diese müsse aber noch im Detail ausdiskutiert und entschieden werden, so Rukwied weiter.

Wichtig sei auch, dass Landwirte staatliche Förderungen beim Umbau von Ställen bekämen. "Behinderungen beim Baurecht müssen beseitigt werden, wenn es etwa um Vergrößerungen für mehr Platz im Stall geht", fordert Rukwied.

 

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