Podiumsdiskussion auf der Bauerndemo
Christel Grommel | am

Umkämpfte Themen in der Landwirtschaft

Die Bauernproteste halten an – Agrarministerin Julia Klöckner startet deshalb eine Dialogreihe. Dabei gibt es einige heiß diskutierte Themen.

Die Pläne aus dem Agrarpaket, das September letzten Jahres auf den Weg gebracht wurde, lösten heftigen Unmut aus. Das betrifft beispielsweise eingeschränkten Einsatz von Unkraut- und Schädlingsbekampfüngsmitteln zum Schutz von Insekten. Ein Tierwohl-Logo soll Schweinefleisch aus besserer Tierhaltung kennzeichnen, wenn die Bauern freiwillig mitmachen. Auch bei den EU-Agrarzahlungen an die Höfe gibt es Änderungen: Mehr Geld soll für Umweltmaßnahmen reserviert sein.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner plant ab dem Frühjahr eine Reihe von Dialogveranstaltungen in mehreren deutschen Städten. Dabei sollen Landwirte, Umwelt- und Verbraucherschützer an einen Tisch kommen. Start soll am 25. März sein. Sie ruft damit zu einem stärkeren Dialog über die Landwirtschaft auf. Es gebe die Chance, über gegenseitige Sichtweisen zu reden und dabei vielleicht das eine oder andere Weltbild zu korrigieren.

Das sind unter anderem die Themen:

Düngeregeln: Grundwasserschutz

Das Düngen, unter anderem mit Gülle, soll weiter eingeschränkt werden. 2018 hatte Brüssel vor dem Europäischen Gerichtshof erfolgreich wegen zu hoher Nitratwerte in Deutschland geklagt. Somit wurden erst 2017 geänderte Vorgaben noch weiter verschärft. Landwirte befürchten eine „Unterdüngung“ von Pflanzen.

Verbraucher in der Pflicht

Julia Klöckner mahnt die Rolle der Verbraucher beim Umwelt- und Tierschutz an. Der Einkauf im Supermarkt müsse bewusster erfolgen. „Wer Bio auf den Feldern will, muss Bio kaufen“. Das gelte auch für Tierwohl. Mehrkosten beim Tierwohl müssten aber auch durch höhere Preise bei den Bauern ankommen.

Afrikanische Schweinepest

In der Branche und bei Behörden herrscht höchste Wachsamkeit: In Polen nahe der deutschen Grenze sind weitere Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen nachgewiesen worden. Noch gibt es keinen Fall in Deutschland. Beim ersten Nachweis jedoch drohen erhebliche Beschränkungen für Exporte.

Mit Material von dpa
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