Vegan Burger
Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Veganer Januar: Pommes, Konfitüre und Cola

Moin liebe Leserinnen und Leser, beim Einkaufen fiel mir in den vergangenen Wochen auf, dass immer mehr vegane oder vegetarische Produkte in den Regalen stehen: Erbsenburger, Reis-Nuggets, Erbsenproteindrinks, Mandelmilch, Algenburger, vegane Mini-Frikadellen, Mini-Schnitzel, Chicken Nuggets und vegane Fischstäbchen…

Wenn Sie sich denken, was schreibt die da für einen Blödsinn? Wie können Fischstäbchen und Chicken Nuggets vegan sein? Dann muss ich Ihnen leider sagen: Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Diese Produkte werden auf der Website eines großen deutschen Lebensmittel-Discounters genau so bezeichnet.

Veganuary: Der vegane Januar

Hintergrund für die Angebotsvielfalt war der sogenannte „Veganuary“ – also der vegane Januar, der ab Mitte des Monats stattfand. Dort übertrafen sich die Discounter mit Angeboten, wie „pflanzlicher Fisch“, „fleischfreie Frikadellen“ oder eben „veganen Chicken Nuggets“. Häufig sehen diese Produkte aus wie die fleischhaltigen Originale. Das macht die Einkaufstour – neben Maske und Coronaabstand – zu einer wirklichen Herausforderung. Einfach Zugreifen ist da nicht mehr.

Original oder vegan?

Man muss beim Einkaufsbummel entlang der – dank der Landwirtschaft – gut gefüllten Regale schon genau aufpassen, was man in den Korb packen möchte. Die Frage, die sich mir hierbei stellt: Warum sehen vegane oder vegetarische Produkte aus wie das Original? Veganes Hack ist von gemischtem Hack rein optisch kaum zu unterscheiden.

Es besteht aber nicht aus Schweine- und Rindfleisch, sondern aus Soja und Rapsöl. Veganes Geschnetzeltes wird als „Typ Hähnchen“ bezeichnet und veganes Steak als „Typ Rind“. Um die rote Farbe von Rindfleisch zu imitieren, werden beim veganen Steak färbende Lebensmittel eingesetzt: Rote Bete, Karotten, Rettich findet man somit in der Zutatenliste.

An Fleisch gewöhnt

Warum sehen die Fleisch- oder Milchersatzprodukte also aus wie Fleisch oder Milch? Die Vermutung liegt nahe, dass Menschen aus ethischen Gründen auf den Verzehr tierischer Produkte verzichten wollen. Soweit, so nachvollziehbar. Worauf sie aber nicht verzichten möchten, sind der Geschmack und das Aussehen von beispielsweise Bratwürstchen, Burgern oder Kuhmilch.

Sie haben sich in der Regel von Kindesbeinen an mit tierischen Produkten ernährt und sind ganz einfach an die Optik und Sensorik gewöhnt. Ein solches erlerntes Muster zu durchbrechen ist schwierig. Und das kann ich wirklich gut nachvollziehen. Dennoch irritiert es mich, dass man Gemüse- oder Getreideerzeugnisse isst, die aussehen – und dank unterschiedlichster Zusatzstoffe ähnlich schmecken – wie tierische Produkte.

Erstklassige Veggiprodukte: Obst und Kartoffeln

Übrigens habe ich während des „Veganuary“ auch häufiger lachen und einen Moment später den Kopf schütteln müssen. Besonders dann, wenn während dieser besonderen Werbewoche Produkte wie Pommes, Erdbeerkonfitüre, Birnen, Apfelsaft, Müsli, Cola, Brot oder Rotkohl als erstklassige Veggiprodukte angepriesen wurden.

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