Geflügelschlachthof Wiesenhof
Anne-Maria Revermann | am

Verbot von Werkverträgen: Aus Niedersachsen kommt massive Kritik

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will in Schlachthöfen "aufräumen". Massive Kritik kommt aus Niedersachsen.

Die Kerntätigkeiten Schlachten, Zerlegen und Verarbeiten fürfen in der Fleischwirtschaft ab 2021 nicht mehr von betriebsfremden Beschäftigten ausgeführt werden. Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch (29. Juli) das geplante Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit in der Fleischbranche auf den Weg gebracht.

Dieser Beschluss wird in Niedersachsen heftig kritisiert.

"Landwirtschaft den Garaus machen"

Kritik kommt unter anderem vom Bürgermeister Günter Wigbers der Samtgemeinde Sögel, im Landkreis Emsland. Der Gesetzentwurf habe die Qualität, der Landwirtschaft endgültig den Garaus zu machen, sagte er dem NDR.

Auch Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) zeigt sich gegenüber der NOZ entsetzt: "Was da beschlossen wurde, darf wirklich nicht wahr sein." Es solle viel mehr verboten werden als nur der Einsatz von Werkverträgen. Die Regierung setze die Fleischproduktion in Deutschland aufs Spiel.

 

Ripke: Preise für Fleisch werden steigen

Ripke habe auf einen flächendeckenden Tarifvertrag gehofft und eine Quote für Leiharbeiter besser gefunden. Ripke schließt sich der Fleischwirtschaft an, die bereits davor warnte, dass der Fleischpreis durch das Verbot von Werktverträgen steigen könnte. Um mit dem geplanten Gesetz die hohe Qualität in Deutschland und das Tierwohl zu gewährleisten, werde der Preis steigen, betonte Ripke.

Bundesarbeitsminister, Hubertus Heil, hingegen hält den Anstieg hingegen für ein "Ammenmärchen" und eine "hohle Drohung". In der Branche werde milliardenschwer verdient.

Ripke appellierte an den Bundestag, das Gesetz so nicht passieren zu lassen. Man brauche Leiharbeiter, um die hohe Nachfrage zur Grillsaison in den Sommermonaten bewältigen zu können. Er kündigte eine „sorgfältige juristische Prüfung“ der Beschlüsse an.

Die Fleischwirtschaft hält ein Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit allein in ihrer Branche für verfassungswidrig.

Mit Material von NDR, NOZ,

Corona in den Schlachthöfen - Auswirkungen auf den Fleischpreis?

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