Feld wird gepflügt
Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Wer Visionen hat, ist auf einem guten Weg

Moin liebe Leserinnen und Leser, „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“ Das sagte der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt einmal. Ich muss ihm da leider widersprechen.

Denn ich bin der Meinung, wer Visionen hat, ist auf einem guten Weg. Eine Vision ist ein Zukunftsbild, das man sich von einem Unternehmen macht. Die Vision gibt also die Richtung vor, in die sich ein Betrieb entwickeln soll.

Aber eine Vision allein reicht nicht aus. Man muss sie auch tatsächlich in die Tat umsetzen. Mit anderen Worten: Man muss wissen, welches Ziel man erreichen möchte und dann planen, wie man es erreicht.

Das Problem

Das liest sich alles theoretisch. Ist es aber nicht. Denn derzeit haben viele von Ihnen den Eindruck, dass sie nicht wissen, wohin die Reise für Ihren Betrieb geht. Sie haben den Eindruck, keine Vision mehr für Ihren Hof entwickeln zu können.
Es herrscht häufig das Gefühl vor, zwischen unterschiedlichen Anforderungen zerrieben zu werden: Klimaschutz und Tierwohl, Extensivierung und effiziente Produktion, Markterfordernisse und ethische Grundsätze – diese Ansprüche stehen oft in einem krassen Widerspruch zueinander.
Und es fehlen klare (politische) Rahmenbedingungen. Wie soll man allen Bedürfnissen gerecht werden und sich dabei zukunftsfähig aufstellen?

Die richtige Frage stellen

Aber ist das überhaupt die richtige Frage? Muss nicht ein Zukunftsbild für die gesamte Branche entwickelt werden, an dem sich alle Landwirtinnen und Landwirte orientieren können? Wie kann eine Vision für die gesamte Landwirtschaft in Deutschland aussehen? Und wer darf und muss an einem solchen Bild mitarbeiten?

Im Großen und Ganzen geht es dabei um die Wahrnehmung der Landwirtschaft durch die Kunden – also durch die gesamte Bevölkerung. Wie soll diese Wahrnehmung zukünftig aussehen und wie erreicht man sie? Es geht also darum, wie die Gesellschaft die Landwirtschaft sieht und wie sie sie zukünftig sie sehen soll.

Ersteres muss ermittelt und zweiteres definiert werden. Wenn diese Eckpfeiler stehen, kann sich die Agrarbranche daran machen, Ideen und einen Plan zu entwickeln, wie man das Image der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit entsprechend verändern kann.

Ein gemeinsamer Plan

Dazu bedarf es einer Strategie und eines Handlungsplans. Ein wichtiger Baustein ist dabei die Kommunikation: mit dem Endkunden, mit den Journalisten, mit der Politik, mit Interessensvertretern und Verbänden. Dazu ist sicherlich auch der Einsatz unterschiedlichster Marketing- und Werbemaßnahmen notwendig.

Und das heißt, dass Geld benötigt wird, um diese Maßnahmen zu finanzieren. Dafür wiederum ist der Wille aller in der Agrarbranche Tätigen notwendig, ihren Teil zum Gelingen einer gemeinsamen Vision für die heimische Landwirtschaft beizutragen. Denn, um noch einmal Helmut Schmidt zu zitieren: „Willen braucht man.“ Und dieses Mal stimme ich ihm zu.

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