Vegan-Gemuese
Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Wissenschaftlicher Beirat: Veganismus für alle?

Der Wissenschaftliche Beirat fordert die Bundesregierung zur ernährungspolitischen Wende auf. Wird da der Veganismus verordnet?

Moin liebe Leserinnen und Leser, ist es Zufall, dass einen Tag, nachdem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Fridays for Future-Aktivistin Greta Thunberg traf, der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) sein Gutachten zur „Nachhaltigen Ernährung“ übergibt?

Und dann auch noch einen Tag vor dem Erdüberlastungstag. Ein Schelm, der sich dabei etwas denkt. Denn habe ich mich vor einigen Wochen noch verwundert über das Bundesumweltministerium geäußert, als dieses für die EU-Sitzungen Vegetarismus verordnete, setzt der WBAE jetzt noch einen drauf. Er fordert die Bundesregierung in seinem Gutachten dazu auf, eine ernährungs- und agrarpolitische Wende einzuleiten. Betrachtet werden Gesundheit, Soziales, Tierwohl und Umwelt.

Transformation des Ernährungssystems

Es geht dabei um die umfassende Transformation des gesamten Ernährungssystems. So wird beispielsweise empfohlen, für Schulen und Kitas eine qualitativ hochwertige und beitragsfreie Verpflegung einzuführen. Das ist ein Ansatz, den ich unterstützen kann. Dann gibt es noch den Ratschlag, den Konsum tierischer Produkte global verträglicher zu gestalten. Der WBAE schlägt zum Beispiel vor, dass die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes für tierische Erzeugnisse abgeschafft wird.

Mit Steuergelder gegen Fleischkonsum

Noch brisanter ist, meiner Ansicht nach, der Vorschlag, eine „Informationskampagne zur Sensibilisierung der Verbraucherinnen und Verbraucher hinsichtlich der Klimarelevanz tierischer Produkte und zur Motivation für Verhaltensänderungen“ durchzuführen. Ich lese daraus, dass man Steuergelder für eine Kampagne gegen den Konsum von Fleisch, Eiern oder Milchprodukten einsetzen möchte… Wäre das verordneter Veganismus?

Zurück aus der Zukunft?

Mich erinnern die Vorschläge an Raumschiff Enterprise. Da aßen die Menschen statt echtem Fleisch einen Fleisch­ersatz aus Pflanzen. Das Ganze spielte im Jahr 2364. Jetzt glaube ich, das Raumschiff ist in der Zeit zurückgereist, bei uns gelandet und beschert uns diese Ideen.

Lebensmittel sind lebenswichtig

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich finde es gut, die Ernährung und die Nahrungsmittelproduktion in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Aber können wir das bitte mit Wertschätzung machen? So, dass der Genuss von tierischen Produkten wieder zu etwas Wertvollem wird und einen fairen Preis verdient! Die Selbstverständlichkeit, mit der täglich Fleisch, Wurst, Käse und Co. verzehrt und teilweise entsorgt werden, stellt für mich eine zentrale Herausforderung dar. Denn tierische Produkte – ebenso wie andere Lebensmittel – sind keine Wegwerfartikel.

Sie sind lebenswichtig und dürfen nicht verschwendet werden. Allein das hätte eine riesige Auswirkung auf das Klima und würde die Nachhaltigkeit der Ernährung fördern. Bei einer halbierten Lebensmittelverschwendung würde sich der Erdüberlastungstag, der am vergangenen Samstag für dieses Jahr war, um zehn Tage nach hinten verschieben. Und das wäre doch schon mal ein Erfolg!

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