Ein Rudel Wölfe
Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Wolf: Was muss denn noch alles passieren?

Moin liebe Leserinnen und Leser, ich weiß gar nicht mehr, was ich Ihnen noch zum Thema Wolf sagen oder schreiben soll. Aber ich bin zutiefst erschüttert, dass wir an einem Punkt angekommen zu sein scheinen, an dem wir um unsere Kinder fürchten müssen.

Im Januar sind zwei Mädchen in der Südheide auf ihren Ponys ausgeritten. Die beiden Kinder (10 und 12 Jahre alt) ritten auf einem Waldweg, als sich aus dem Wald heraus drei Wölfe näherten und ihnen etwa 100 m folgten. Ihre Ponys scheuten und galoppierten davon. Die beiden Mädchen konnten sich glücklicherweise im Sattel halten und ihre Tiere beruhigen. Als sie aber abstiegen, näherten sich die Wölfe wieder und verschwanden erst, nachdem die herbeigerufene Mutter der Kinder mit dem Auto kam.

Wolfsbüro verfolgt die Situation aufmerksam

Das Umweltministerium in Hannover bestätigte gegenüber der LAND & FORST diesen Vorfall. Das Wolfsbüro verfolge die Situation mit besonderer Aufmerksamkeit und habe sich ein Bild vor Ort gemacht. Man bitte darum, alle Wolfssichtungen aus diesem Bereich dem niedersächsischen Wolfsmonitoring zu melden. Sobald Sichtungen und Kontakte gemeldet würden, würden diese auf Handlungsbedarf geprüft.

Eine beängstigende Situation

Die ganze Situation ist beängstigend. Was es aber unerträglich macht, ist, dass die Familie anonym bleiben möchte – aus Angst vor Drohungen! Das ist kein Zustand, den ich tolerieren kann. Ich verstehe die Familie nur zu gut, denn aufgrund meiner Kommentare zur Wolfsproblematik wurden mir in den sogenannten Sozialen Medien auch bereits unglaubliche Worte an den Kopf geschmissen.

Das ist ja auch einfach, denn dort kann sich jeder in der Anonymität verstecken und mit Schimpfwörtern um sich werfen, für die ich von meinen Eltern noch heute den Allerwertesten versohlt bekommen würde. Keine Sorge, ich verkrafte diese Schimpftiraden.

Wölfe nicht über Menschenleben stellen

Aber dass zwei Kinder von Wölfen verfolgt werden, verkrafte ich nicht. Und ich akzeptiere es auch nicht. Muss wirklich etwas noch Schlimmeres passieren, bis auch in Berlin und in Brüssel erkannt wird, dass es so nicht weitergehen kann?

Es ist für mich nicht akzeptabel, dass ein Tierleben über das Wohlergehen von Menschen gestellt zu werden scheint. Es wird hier eine Grenze überschritten, die nicht überschritten werden darf.

Adäquate Managementmaßnahmen

Die Politik muss dieser Gefahr endlich aktiv mit einem vernünftigen Management begegnen. Aktuell geht man davon aus, dass es allein in Niedersachsen etwa 350 Wölfe gibt. Bei einer Reproduktionsrate von 30 Prozent bewegen wir uns mit schnellen Schritten auf 500 Wölfe zu. Und das in einer der dichtbesiedelsten Regionen der Welt.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich spreche dem Wolf nicht seine Daseinsberechtigung ab. Ich hinterfrage aber, ob diese in einem so dichtbesiedelten Land wie Niedersachsen richtig ist. Besonders dann, wenn keine adäquaten Managementmaßnahmen gegeben sind.

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