Ein Rudel Wölfe streift durch den Wald
Anne-Maria Revermann | am

Wolf: Kontrollierter Abschuss darf kein Tabu sein

Die Wolfsverordnung kommt. Der Wolf ist ins Jagdrecht aufgenommen worden. Doch wichtig seien jetzt definierte Bestandsgrenzen, ab der Wölfe in größerer Stückzahl geschossen werden dürfen.

Neben der Aufnahme des Wolfes ins niedersächsische Jagdrecht seien nun definierte Bestandsgrenzen nötig, ab der Wölfe in größerer Stückzahl geschossen werden. Nur auf diese Wiese ließe sich die rasante Populationsentwicklung der niedersächsischen Wölfe in einem für Weidetierhalter und Landbevölkerung erträglichem Maß halten, betont Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers.

Ein Wolfsmanagement, etwa nach französischem Vorbild, sei ein Schritt in die richtige Richtung. Dies besagt genau das: Wölfe dürfen dann getötet werden, wenn ihre Population einen kritischen Wert übersteigt.

Kontrollierter Abschuss

"Um für den Wolf dauerhaft Akzeptanz zu schaffen, dürfen kontrollierte Abschussquoten kein Tabu sein“, fordert auch Hans-Heinrich Ehlen, Zentralverband der Jagdgenossenschaften (ZJEN).

Der gute Erhaltungszustand des streng geschützten Wolfes sei in Niedersachsen längst erreicht. Deshalb könnten Zuständigkeiten auch vom Umwelt- ins Landwirtschaftsministerium wechseln, sagt er. Für die Entwicklung eines Managementplans mahnte der ehemalige Minister Ehlen den zügigen Erlass weiterer Gesetze an.

Immer mehr Wölfe in Niedersachsen

Niedersachsen meldet immer mehr Wolfsrudel. Offiziell leben laut Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) allein 23 Rudel sowie 13 Paare in Niedersachsen. Diese Zahlen gelten für das biologische Wolfsjahr, also vom 1. Mai 2019 bis zum 30. April 2020, sie sind also veraltet.

Im November zählt das Wolfsmonitoring Niedersachsen 35 Wolfsrudel und zwei Wolfspaare. Und die Dunkelziffer scheint weitaus höher zu sein, sagt die Landesjägerschaft Niedersachsen. So sollen in Niedersachsen weit mehr als die 35 Rudel leben. Ein Rudel bestehe aus 6 bis 8 Wölfen.

Wolfsverordnung: Aufschluss über Abschuss?

Diese offenen Fragen soll die neue Wolfsverordnung für Niedersachsen klären. Diese steht kurz vor Inkrafttreten. Das Kabinett habe die Verordnung am Montag (9. November) noch einmal zur Kenntnis genommen, heißt es aus der Staatskanzlei.

Die Wolfsverordnung soll Aufschluss darüber geben, wann eine sogenannte Vergrämung (das bedeutet, dass dem Wolf Schmerzen zugefügt werden, zum Beispiel durch Zwillen oder Gummigeschosse, um ihn von einer Annäherung an Menschen, Gebäude oder Weidetiere abzuhalten) oder eine Tötung von Wölfen zum Schutz des Menschen, zur Vermeidung wirtschaftlicher Schäden oder bei besonderem öffentlichen Interesse erfolgen kann.

Eine Einzelfallprüfung sei damit nicht aufgehoben, der Rahmen für Entnahmen aber klar geregelt, sagt Umweltminister Olaf Lies. So ist für jede Entnahme ein Antrag zu stellen. Sowohl die Vergrämungen als auch der Abschuss von Wölfen dürfen zudem nur von "geeigneten Personen" ausgeführt werden. In der Regel seien dies Jäger. Mit den notwendigen artenschutz-, tierschutz-, waffen- und jagdrechtlichen Kenntnissen können jedoch auch andere Personen benannt werden.

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Zäune auch für Hobbytierhalter

Darüber hinaus hat die Landesregierung entschieden, sich über den Bundesrat für eine Änderung des § 35 Baugesetzbuch einzusetzen, um die Rechtslage für Schutzzäune zu verbessern. So soll die Einzäunung von Weiden für eine Hobbytierhaltung im Außenbereich künftig zulässig sein. Bislang sind Schutzzäune zum Zweck einer Hobbytierhaltung im Außenbereich in der Regel unzulässig.

Mit Material von LPD, Niedersächsische Staatzkanzlei, buten un binnen

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