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Harald Harms, LWK Niedersachsen | am

Agrarinvestitionsförderungsprogramm: Das müssen Sie wissen

Das Antragsverfahren zum Agrarinvestitionsförderungsprogramm ist für die zweite Maihälfte geplant. Wir fassen die wichtigen Punkte zusammen.

Anträge für das Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) können ab dem 15. Mai wieder gestellt werden. Die vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium vorgesehene Richtlinie befindet sich noch im Entwurfsstadium. Es ist aber abzusehen, dass die Regelungen für das AFP-Verfahren 2021 nicht grundlegend verändert werden.

Befreiung von 2,0 GV/ha-Grenze

Neu ist, dass die 2,0 GV/ha-Grenze nicht gilt, wenn der Tierbesatz des Ausgangsjahres unverändert bleibt oder reduziert wird. Bei entsprechenden Investitionen in den Tierschutz oder bei Investitionen außerhalb der Tierhaltung (wie Siloplatten) bekommen somit auch Betriebe mit einem Viehbesatz über 2,0 GV/ha den Zugang zur AFP-Förderung.

Das ist nicht mehr förderfähig

Maschinen und Geräte der Außenwirtschaft zur exakten Wirtschaftsdünger- und Pflanzenschutzmittelausbringung und zur mechanischen Unkrautbekämpfung sind im AFP nicht mehr förderfähig. Dies gilt auch für Wirtschaftsdüngerlagerstätten, die nicht in Verbindung mit einem Stallbau stehen oder bei denen das Stallbauvorhaben nicht den Investitionsschwerpunkt darstellt. Alternativ können Maschinen und Geräte der Außenwirtschaft und die Wirtschaftsdüngerlagerstätten über das Investitions- und Zukunftsprogramm Landwirtschaft des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) gefördert werden.

Förderfähige Vorhaben Tierschutz, Umwelt, Klima

Förderfähig sind Vorhaben in landwirtschaftlichen Unternehmen in Niedersachsen und Bremen, die besondere Anforderungen in den Bereichen Umwelt-, Klima- oder Verbraucherschutz sowie bei Stallbauinvestitionen und Mobilställen zusätzlich im Bereich Tierschutz erfüllen. Die Mindestanforderungen an die Ausgestaltung von Tierplätzen ergeben sich aus der Anlage 1 zur AFP-Richtlinie. Eine erhöhte Förderung erhält, wer die darüber hinaus geltenden Anforderungen der niedersächsischen Anlage 2 erfüllt.

Bei Maßnahmen zum Umwelt- oder Klimaschutz muss eine Verbesserung gegenüber dem Standard um mindestens 20 Prozent durch ein entsprechendes Gutachten belegt werden. Bei Gülle- und Festmistlagern sowie Fahrsiloanlagen wird dies ohne Nachweis als gegeben angesehen.

Voraussetzungen für viehhaltende Betriebe

Für viehhaltende Unternehmen gelten zusätzliche Förderungsvoraussetzungen. So darf bei Ausweitung der Tierhaltung der Viehbesatz des antragstellenden landwirtschaftlichen Unternehmens nach Durchführung der Maßnahme 2,0 GV je ha LF nicht überschreiten.

Bei der Berechnung des Viehbesatzes sind Beteiligungen an weiteren Tierhaltungsunternehmen anzurechnen. Es ist eine Güllelagerkapazität für mindestens neun Monate nachzuweisen. Grundlage für die Berechnung ist die neue Düngeverordnung.

So beantragen Sie

Im Rahmen des AFP ist eine ausreichende Eigenkapitalbildung anhand der Buchführung nachzuweisen. Das Mindestinvestitionsvolumen beträgt 20.000 Euro. Maximal ist ein Nettoinvestitionsvolumen in Höhe von 2,0 Mio. Euro förderfähig. Diese Summe kann in der Förderperiode 2014 bis 2022 nur ein Mal pro Betrieb beansprucht werden.

Sofern ein Antrag alle Eingangsvoraussetzungen erfüllt, wird er in das Ranking zur Vorhabenauswahl aufgenommen. Mithilfe eines Punktesystems wird eine Bewilligungsrangfolge aller Anträge gebildet. Dabei sind die Kriterien so gewichtet, wie sie der Erreichung der Ziele des Programms dienen. Anträge mit weniger als drei Rankingpunkten können nicht berücksichtigt werden. Bei knappen Haushaltsmitteln werden die Anträge entsprechend ihrer Rankingpunkte berücksichtigt.

Die Antragstellung erfolgt in digitaler Form. Dazu wird rechtzeitig auf der Homepage der Landwirtschaftskammer ein Programm zur Antragsbearbeitung bereitgestellt. 

Weitergehende Informationen finden Sie auf der Homepage der Landwirtschaftskammer Niedersachen.

Den kompletten Fachartikel lesen Sie in der LAND & FORST-Ausgabe 16/21 und in der digitalen Ausgabe

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