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Agravis akzeptiert 44-Millionen-Geldbuße

Die Agrarhändler Agravis und Wettbewerber BayWa müssen nach dem Verstoß gegen Wettbewerbsregeln hohe Geldbußen zahlen.

Wegen wettbewerbsbeschränkender Absprachen beim Handel mit Pflanzenschutzmitteln hat das Bundeskartellamt hohe Geldbußen für Agravis und BayWa verhängt. Beide Unternehmen haben diese akzeptiert.

Der zweitgrößte europäische Agrarhändler Agravis muss fast 44 Millionen Euro zahlen. Agravis-Chef Dirk Köckler betonte am Mittwoch (8. Januar), durch die Einigung mit dem Bundeskartellamt habe das Unternehmen „einen Schlussstrich unter das seit Jahren laufende Ermittlungsverfahren gezogen und weitere Nachteile abgewendet“.

Ein langwieriges Gerichtsverfahren, das über Jahre erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen erfordert hätte, sei vermieden worden.

Baywa: Fast 69 Millionen akzeptiert

Zuvor hatte bereits der Wettbewerber BayWa im gleichen Zusammenhang eine Geldbuße in Höhe von fast 69 Millionen Euro akzeptiert. Das Bundeskartellamt hatte im März 2015 Durchsuchungen bei allen relevanten privaten und genossenschaftlichen Agrarhandelsunternehmen durchgeführt und Beweismittel gesichert.

Ein Sprecher des Bundeskartellamtes wollte sich aufgrund des noch laufenden Verfahrens zunächst nicht zu dem Sachverhalt äußern.

Infoliste zu Pflanzenschutzmitteln beanstandet

Im Verfahren hat das Bundeskartellamt insbesondere eine Informationsliste zu Pflanzenschutzmitteln beanstandet. Diese sogenannte „grüne Liste“ sei, so die Agravis, aber für jedermann offen zugänglich gewesen. Die Liste sei von der ganzen Branche sowie von Behörden als gemeinsames Informationsdokument genutzt worden.

Allerdings sind nach den heute gültigen Auslegungen des Kartellrechts die darin früher enthaltenen Angaben zu Preisen nicht erlaubt. Gleichwohl betonte Dr. Köckler für die Agravis: „Die tatsächlichen Verkaufspreise bei Pflanzenschutzmitteln werden immer direkt zwischen Käufer und Verkäufer verhandelt.“

Orientierung für Handel, Beratung, Landwirtschaft

Sie seien von vielen Faktoren abhängig wie etwa Menge, Verfügbarkeit oder der Inanspruchnahme von begleitenden Dienstleistungen und Beratungen zum Produkt. Deshalb sei der Preis in der sogenannten „grünen Liste“ als Orientierungshilfe von Handel, Beratung und Landwirtschaft genutzt worden.

„Der stets intensive Wettbewerb in der Branche führt – vor dem Hintergrund der vielen Faktoren – immer zu individuellen Preisen, die zwischen Käufer und Verkäufer vereinbart werden“, unterstrich Köckler.

Mit Material von dpa, Agravis
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