Drei Arten von Arbeitsschuhen

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Arbeitsschuhe: Darauf sollten Sie achten

Bei Arbeiten in Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau müssen die Füße vor Verletzungen geschützt werden. Doch jeder Zweite findet seine Sicherheitsschuhe unbequem. Hier gibt es eindeutig Handlungsbedarf.

Laut Bericht des Instituts für Gesundheitsförderung und -forschung haben 54 Prozent aller Träger von Sicherheitsschuhen geäußert, dass sie ihre Sicherheitsschuhe als unbequem empfinden. Bemängelt wurde unter anderem, dass die Schuhe schlecht passen, dass sie drücken oder scheuern. Beschwerden gab es auch über nicht atmungsaktives Material. Bei manchen Modellen ist die Passform sogar so schlecht, dass der wichtige Zehenschutz nicht mehr gegeben ist. Bemerkt der Träger nicht, dass seine Schuhe falsch sitzen, nehmen die Füße auf Dauer Schaden.

82 % der Schuhe passen nicht richtig

Dass dies nicht selten der Fall ist, weiß Meinrad Fußeder, Präventionsexperte der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG): „Rund 82 Prozent aller Deutschen tragen Schuhe, die nicht richtig passen. Die Folgen sind Fußfehlstellungen, Deformierungen der Zehen, Fehlbelastungen des Muskel-Skelett-Systems und Rücken- sowie Kopfschmerzen. So wird irgendwann jeder Schritt zur Qual, die Arbeit macht keinen Spaß mehr und im schlimmsten Fall fällt man krankheitsbedingt aus", so der Experte.

Passform mit Innensohlentest prüfen

Eine schnelle Information, ob der Sicherheitsschuh richtig passt, gibt der Innensohlentest. Der Präventionsfachmann erklärt: „Nehmen Sie die Sohlen aus den Schuhen und stellen Sie sich darauf. Die Schuhgröße ist richtig, wenn die Sohlen 1,5 cm länger und etwas breiter sind als Ihr Fuß. In den Schuhen sollten sich Ihre Zehen frei bewegen können. Die Zehenschutzkappe muss alle Gelenke überdecken.“

Wenn Schuhe nicht passen, liegt es nicht immer am Modell. Oft werden sie zum Beispiel in der falschen Größe gekauft. Fußeder rät: „Kaufen Sie Ihre Sicherheitsschuhe im Fachhandel. Dort werden ihre Füße vermessen und mit Ihnen gemeinsam das passende Modell ausgesucht.“ Moderne Sicherheitsschuhe schützen die Füße bei der Arbeit vor mechanischen, elektrischen, chemischen und thermischen Gefahren, ohne zu belasten.

Frauen und Männer brauchen unterschiedliche Arbeitsschuhe

Nicht ungewöhnlich ist, dass ein Fuß etwas größer ist als der andere. Dies muss beim Schuhkauf berücksichtigt werden. Schuhe sind immer nach dem größeren Fuß zu kaufen. Frauen sollten sich auf keinen Fall mit kleinen Männergrößen abspeisen lassen. Die Anatomie des Frauenfußes ist eine andere als die des Männerfußes – und dafür gibt es im Fachhandel neuartige Damen-Sicherheitsschuhe. Besonders wichtig ist die Beratung für Menschen, die bereits Füße mit Fehlstellungen haben und für Diabetiker. „Für sie gibt es orthopädische Einlagen oder speziell angepasste Schuhe“, so Fußeder.

So bleiben Füße lange gesund

Der passende Schuh ist wichtig für die Fußgesundheit. Darüber hinaus kann jeder durch häufiges Barfußlaufen auf natürlich gewachsenem Boden, Fußgymnastik, Fußbäder, Fußmassagen, Hygienemaßnahmen und Pflege dafür sorgen, dass seine Füße lange gesund und schmerzfrei bleiben.

Nicht nur beruflich, auch bei Arbeiten in der Freizeit mit schweren Gegenständen oder anderen Gefahren für die Füße, sollten Sie mit Blick auf die eigene Gesundheit nicht darauf verzichten, Sicherheitsschuhe zu tragen. Sind Sie sich nicht sicher, welche Sicherheitsschuhe für anstehende Arbeiten die richtigen sind, weil Sie sich mit den auf Anhieb für Laien nicht wirklich verständlichen Bezeichnungen für die einzelnen Sicherheitsstufen nicht auskennt, empfiehlt es sich, im Fachhandel eine Beratung einzuholen.

Tipps für den Kauf von Arbeitsschuhen

  • Die ideale Tageszeit für den Schuhkauf ist nachmittags oder abends. Im Laufe des Tages schwellen Füße immer etwas an. Wer das nicht beachtet, riskiert, dass die neuen Schuhe zu eng ausfallen und drücken.
  • Gehen Sie nicht Schuhe kaufen, wenn Sie unter Zeitdruck stehen, nehmen Sie sich beim Anprobieren Zeit.
  • Ziehen Sie die Schuhe richtig an und schließen Sie sie so: Stellen Sie den Fuß auf die Hacke, damit die Ferse gut hinten anliegt und verschließen Sie den Schuh dann fest über dem Fußrücken. So geben Sie dem Fuß den richtigen Halt und vermeiden ein Vorrutschen des Fußes und das damit verbundene Stauchen der Zehen und gleichzeitige Herausschlappen im Fersenbereich.
  • Zu harte, zu enge, zu weite und/oder zu lange Schuhe, können zu Problemen führen: Blasen, Deformationen, Sehnenverkürzungen, Druckschmerzen, Hauterkrankungen. Sie müssen in Breite und Länge passen, um Beschwerden zu verhindern. Nur 50 Prozent der Erwachsenen haben eine „normale“ Schuhbreite. 45 Prozent sind „breit“ und etwa fünf Prozent „schmal“.
  • Druckstellen machen jeden Schritt zur Qual. Orientieren Sie sich daher nicht nur an der angegebenen Schuhgröße, denn die kann unterschiedlich ausfallen. Hinten sollte ein Schuh gut, aber nicht zu eng anliegen, damit der Fuß Halt hat. Dafür müssen die Zehen nach vorn ausreichend Spielraum haben, damit sie beim Gehen nicht anstoßen und gestaucht werden.
  • Neue Schuhe dürfen weder die Zehen einquetschen, noch die Fersen aufscheuern. Achten Sie also darauf, dass an der Schuhspitze noch eine Fingerbreite Platz ist, dass das Material im Fersenbereich keine drückenden Nähte hat und nicht zu hart ist. Ein hochwertiger Schuh sollte eine gute Fußstütze besitzen, möglichst wechselbar für individuelle Einlagen sein. Sollten Sie individuelle, orthopädische Einlagen tragen, so nehmen Sie diese stets zum Schuhkauf mit.
  • Achten Sie auf Qualität bezüglich Material und Verarbeitung. Die hat ihren Preis. Dafür muss man mit Preisen ab etwa 80 Euro aufwärts rechnen. Deshalb sollten Sie Schuhe, die bequem sein und lange halten sollen, möglichst im Fachgeschäft kaufen.
  • Generell gilt beim Schuhkauf: Riechen sie penetrant nach Klebstoff oder Plastik, bestehen sie weder aus hochwertigem Material, noch sind sie hochwertig verarbeitet. Solche Schuhe sollten Sie lieber nicht kaufen, um auch Hautreizungen zu vermeiden. Leder hat einen charakteristischen, angenehmen Geruch und ist atmungsaktiv. Aber Vorsicht: Hinter dem Siegel „echt Leder“ kann sich auch ein Material aus gemahlenem Leder verbergen, dann ist es möglich, dass nur ein geringer Anteil Leder verarbeitet ist. Achten Sie auf die Materialkennzeichnungen.
Mit Material von SVLFG
Blick in den Kuhstall

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