Biolebensmittel auf dem Markt
Christel Grommel | am

Bio auch während Corona sehr gefragt

Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge stieg die Nachfrage nach Lebensmitteln aus ökologischer Erzeugung in den ersten drei Monaten der Corona-Krise deutlich stärker als die Umsätze im Lebensmittelhandel insgesamt.

"Die Corona-Krise hat den Trend zu bewussterem Konsum anscheinend nicht gestoppt. Ganz im Gegenteil: Sie scheint ihn verstärkt zu haben", urteilt der GfK-Handelsexperte Robert Kecskes. 

Auch das Informationsportal Ökolandbau berichtet von Rekordumsätzen im Naturkosthandel und starker Nachfrage bei Bio-Abo-Kisten. Die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau (LVÖ) in Bayern beobachtet: "Immer mehr Menschen entscheiden sich beim Einkauf für Bio-Produkte." Insbesondere regionale Angebote seien gefragt.

Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts AMM bestätigt diese Einschätzung: 30 Prozent der Konsumenten gaben an, ihre Bio-Einkäufe in der Pandemie ausgeweitet zu haben. Der Umfrage zufolge profitierten die Bio-Produkte in den vergangenen Monaten nicht nur von ihrem Ruf, hochwertig, umweltfreundlich und gesund zu sein.

Die Konsumenten griffen auch deshalb zu Bio-Produkten, weil sie in Zeiten der weltweiten Pandemie regionale Anbieter und Bauern unterstützen wollten. Zudem stünde mehr Geld aufgrund ausgefallener Urlaube und Gastronomiebesuche zur Verfügung.

Kampf um den Bio-Kunden

Bio-Produkte sind bereits seit einigen Jahren einer der größten Wachstumstreiber im Lebensmittelhandel. Nach Angaben des Bundes für Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) stieg der Umsatz von Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Co. mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken allein im vergangenen Jahr um 11,4 Prozent auf mehr als 7 Milliarden Euro.

Gerade die großen Handelsketten würden von den Verbrauchern zunehmend als kompetente Anbieter im Bereich Bio wahrgenommen. 

Der Verbraucher profitiert im Moment von dem wachsenden Wettbewerb auf dem Bio-Markt zwischen Handelsketten und Bio-Fachmärkten, denn Bio wird dadurch billiger. 

Der Leiter der AMM-Studie, Joachim Riedl, ist davon überzeugt: "Der intensive Wettbewerb unter den großen Händlern wird die Handelsspannen auch für Bio sinken lassen. Spielraum dafür ist reichlich vorhanden, denn der Preisaufschlag für Bio-Lebensmittel wird heute zu einem großen Teil vom Handel vereinnahmt."

Mit Material von dpa

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