Biogasanlage

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Anna-Maria Buchmann | am

Biogasanlage: Wann landwirtschaftlich, wann gewerblich?

Ob eine Biogasanlage gewerblich oder landwirtschaftlich betrieben wird, zeigte bisher der sogenannte Mengenvergleich. Jetzt werden auch Gaserträge zur Berechnung des Anteils zugekaufter Biomasse berücksichtigt, teilt das Bundesfinanzministerium (BMF) in einem Schreiben mit.

Wer mehr als 50% der Biomasse für seine Biogasanlage zukauft, betreibt ein Gewerbe. Ermittelt wurde der Zukaufsanteil bisher mit dem Mengenvergleich. Dieser ist allerdings nur auf dem Papier zuverlässig, wenn Substrate mit gleichem Energiegehalt verwendet werden. In der betrieblichen Realität kommen oft diverse Rohstoffe wie Graspflanzensilage, Rindergülle oder Speisereste mit unterschiedlichen Gaserträgen zum Einsatz.

Gasertrag statt Mengenvergleich der Biomasse

Entscheidend ist in diesem Fall nicht mehr die Menge, sondern der Ertrag der zugekauften Biomasse. In einem Schreiben vom 11. April veröffentlicht das BMF eine Tabelle mit typisierten Biogaserträgen. Werden laut den Richtwerten in der Tabelle überwiegend eigene Erzeugnisse zur Herstellung verwendet, ist das Biogas dem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb zuzuordnen.

„Das BMF-Schreiben enthält eine Tabelle, die besonders bei strittigen Fällen Rechtssicherheit schafft. Haben Finanzämter andere Auffassungen, dann können sich Landwirte auf die Angaben berufen und damit kalkulieren“ rät Steuerberater Helmut Fritzsch von Ecovis.

Zwei Landwirte vor Biogasanlage

Ab wann ist das Betreiben einer Biogasanlage gewerblich?

Das Finanzamt definiert den Betrieb einer Biogasanlage dann als forst- oder landwirtschaftliche Tätigkeit, wenn die Biomasse überwiegend selbst erzeugt und das Biogas zum großen Teil als solches verkauft wird.

Die Biomasse gilt als Urerzeugnis der land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit und wird mit der Weiterverarbeitung zu Biogas der Produktionsstufe 1 zugeordnet. Innerhalb dieser wird die Tätigkeit noch als land- oder forstwirtschaftlich eingestuft. Gewerblich tritt der Landwirt erst ab Produktionsstufe 2 auf, wenn er das Biogas weiterverarbeitet.

Was, wenn mit der Biogasanlage erzeugte Wärme verkauft wird?

Sobald ein Landwirt aus Biogas erzeugten Strom oder Wärme verkauft, müssen beide Tätigkeiten (mit wenigen Ausnahmen) getrennt werden. Das gilt auch, wenn die verwendete Biomasse überwiegend selbst erzeugt wurde.

Landwirte betreiben mit dem Verkauf ein selbstständiges Gewerbe neben der landwirtschaftlichen Tätigkeit oder einen einheitlichen Gewerbebetrieb mit der Landwirtschaft und werden ertragssteuerlich entsprechend behandelt.

Mit Material von Ecovis, BMF

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