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Anne-Maria Revermann | am

Biogasanlagen: Rückbau beginnt, auch Niedersachsen ist betroffen

Die Prognosen für 2020 sehen nicht gut aus. Die Biogasbranche steht an einem Kipppunkt – auch in Niedersachen.

Obwohl die installierte elektrische Leistung des deutschen Biogasanlagenparks im vergangenen Jahr erstmals die Marke von 5.000 Megawatt erreicht hat, sieht die Prognose für 2020 nicht gut aus.

Der Fachverband Biogas e.V. geht von einem Rückbau im Anlagenbestand aus und damit auch von einer Reduzierung der aus Biogas erzeugten Strommenge. Auch Niedersachsen ist davon betroffen.
 

Biogasanlagen: Signifikanter Rückgang in 2020

In Niedersachsen werden 1.689 Anlagen im Jahr 2019 verzeichnet, was trotz einiger Stilllegungen einen Netto-Zubau von 18 Anlagen bedeutet im Vergleich zum Vorjahr.

Für 2020 wird hingegen erstmals seit dem Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ein signifikanter Rückgang im Anlagenbestand und auch in der Strom- und Wärmebereitstellung erwartet. Darüber hinaus deutet sich ein sinkender Zubau flexibler Leistung an.

 

Auch Know-how geht verloren

Die Biogasbranche steht an einem Kipppunkt – in Niedersachen ebenso wie in ganz Deutschland. In den nächsten Jahren werden viele Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarem Strom nach 20 Jahren aus dem EEG fallen.

Damit gehen funktionstüchtige Anlagen verloren, in denen zwei Jahrzehnte Know-how und technische Innovation stecken. In Niedersachsen ist Biogas nach Wind die zweitwichtigste Erneuerbare Energie.

Darüber hinaus steht auch die Klimaschutzleistung der Branche auf dem Spiel: In Deutschland vermeiden Biogasanlagen aktuell pro Jahr über 20 Millionen Tonnen CO2. Ebenso geraten zahlreiche Wärmekonzepte, die an den Biogasanlagen hängen, in Gefahr. Das trifft vor allem den ländlichen Raum, wo auch in Niedersachsen ganze Ortschaften mit Biogaswärme beheizt werden, ebenso wie Schulen, Turnhallen oder Seniorenheime.

 

Marktperspektiven fehlen

Hauptproblem ist die fehlende Einsatzperspektive. Biogasanlagen können volatile Stromerzeugung ausgleichen. Dafür braucht es aber Marktperspektiven. Auch im Bereich Mobilität, insbesondere im Schwerlastbereich und in der maritimen Wirtschaft, gibt es interessante Einsatzperspektiven

Diese müssen genauso angereizt werden wie die verstärkte Güllevergärung. „Hier wünschen wir uns Niedersachsen als Vorreiter“, so Silke Weyberg, Geschäftsführerin des Landesverbands Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen e.V. (LEE).

Deshalb fordert der LEE, der die Mitglieder des Fachverbandes Biogas in Niedersachsen vertritt, schnellstmöglich eine Stabilisierung und Weiterentwicklung des Anlagenbestandes über die Anpassung der Ausschreibungsvolumina und der Ausschreibungsverfahren, außerdem eine Weiterentwicklung der Sondervergütungsklasse für Güllevergärungsanlagen sowie die Abschaffung des Flex-Deckels im EEG.

„Bei der im Herbst geplanten EEG-Novelle muss sich die Landesregierung dafür stark machen, dass in Berlin eine klare Entscheidung für eine verlässliche, erneuerbare Energieversorgung und einen starke inländische Biogasindustrie getroffen wird“, so Silke Weyberg.

Mit Material von LEE

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