Siloplatte-Ablauf

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Thomas Gaul | am

Biogasanlagen: Sickersaft und Regenwasser trennen

Sickersaft aus Biogasanlagen wird in Zwischenlagern gesammelt. Was zu Problemen führt, ist die Vermischung mit Niederschlagswasser. Bei einem Fachkongress stellten zwei Unternehmen ihre Produkte zur Vermeidung vor.

Die Wassertrennung in Siloanlagen beschäftigt viele Biogasanlagenbetreiber. Von den großen Silagemieten fallen mitunter enorme Mengen an Niederschlags- und Oberflächenwasser an, die einer fachgerechten Verwendung zugeführt werden müssen. 

Problematisch ist aber der Umgang mit dem Niederschlagswasser: Es trifft auf der Silofolie auf, läuft ab und trifft vor dem Silo auf Silagesickersaft. Dort vermischt sich das Wasser häufig nicht nur mit den Sickersäften, sondern auch mit Silageresten von der Schnittkante des Fahrsilos. Dadurch vervielfacht sich das Volumen an Flüssigkeit, das fachgerecht entsorgt werden muss.

Regenwasser als Drainage ableiten

Eine Möglichkeit ist, das belastete Wasser zu sammeln und gemäß der Düngeverordnung auf Ackerflächen auszubringen. Allerdings ist Lagerraum auf den meisten Anlagen knapp und teuer, wenn erst noch Platz geschaffen werden muss.

Das Unternehmen Schmack Biogas stellte bei dem digitalen Biogas-Innovationskongress ein neues System vor. „SiloDrain“ besteht aus einer PVC-Gewebefolie mit integrierten druckstabilen PE-Rohren, die an der Silowand befestigt werden. Diese leiten als Drainage das Regenwasser ab, dienen zugleich aber auch als Abstandhalter zwischen Fahrsilowand und Silagestock, damit Regenwasser abfließen kann.

Das anfallende Wasser kann, je nach den Gegebenheiten der Fahrsiloanlage, angepasst werden und das Wasser in alle Richtungen ableiten. Durch die Plane ist zusätzlich ein Betonschutz für die Fahrsilowand gegeben. Durch die Trennung von Schmutz- und Regenwasser verringern sich die Lagerungs- und Ausbringungskosten.

Trennung der Fraktion und Kläranlage

Wie sich belastetes Niederschlagswasser biologisch behandeln lässt, erklärte Carsten Ruck von der Firma Delphin Water Systems. Durch eine Online-Messung der Belastungshöhe des von Oberflächen ablaufenden Niederschlagswassers wird eine Trennung in eine hoch und eine moderat belastete Fraktion vorgenommen. Damit kann es gelingen, die organische Belastung so einzustellen, dass das Wasser in einer nachgeschalteten biologischen Kläranlage gereinigt werden kann.

Nach Firmenangaben kann die Einhaltung der behördlich vorgegebenen Grenzwerte garantiert werden, sodass eine Direkteinleitung in ein Oberflächengewässer möglich ist. Zuvor sorgt das Pufferbecken dafür, dass die organische Belastung der zufließenden Wässer gleichmäßiger werden. Das Pufferbecken sollte in seinem Volumen für eine Lagerdauer des anfallenden Wassers von drei Monaten ausgelegt sein. So kann kontinuierlich Wasser abgeleitet und behandelt werden. Es hilft außerdem, die Trockenphasen im Sommer zu überbrücken. Die Kläranlage bildet dann einen Kreislauf über das Pufferbecken.

Integriertes Messsystem

Die anfallenden Restmengen, die nicht über die Kläranlage laufen können, haben eine sehr hohe organische Belastung. Durch das integrierte Messsystem ist eine weitere Trennung möglich, sodass ein Teil im Biogasprozess verwertet werden kann. Der Schlammanfall beträgt nach Firmenangaben etwa 9,5 m3 je 1.000 m3 behandeltes Niederschlagswasser.

Soll der Schlamm mit einem TS-Gehalt von etwa 2 bis 4 Prozent nicht in der Biogasanlage eingesetzt werden, ist auch eine Ausbringung auf landwirtschaftlichen Flächen (gemäß DüV) oder über ein Schlammvererdungsbeet möglich.

Fazit

  • Die gesetzeskonforme Aufbereitung von Oberflächenwasser auf Fahrsiloanlagen hat Vorteile gegenüber bisherigen Verfahren.
  • Der Lagerbedarf verringert sich und das Wasser kann im Kreislauf gefahren werden.
  • Auch die Lager- und Ausbringungskosten nehmen ab.
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