Landwirtschaftlicher Betrieb mit Biogasanlage
Janina Schuster | am

Biogasbranche blickt optimistisch in die Zukunft

Vor dem Hintergrund der angestrebten Energiewende, geht die Biogasbranche von einem besseren Geschäftsjahr aus. In den letzten Jahren war dieser Optimismus nicht mehr zu spüren.

"Wir haben über 9.500 Biogasanlagen im ganzen Land, die eine sichere Stromversorgung gewährleisten können zum Ausgleich fluktuierender Energieträger wie Photovoltaik und Windenergie", erklärt Horst Seide im Grußwort zum Jahreswechsel. Seide ist Präsident vom Fachverband Biogas (FvB) und klingt optimistisch. Dank immer neuer und schärferer Klimaschutzvorgaben nimmt die Energiewende vermehrt an Tempo auf. Davon würde auch die Biogasbranche profitieren, wenn die Voraussetzungen stimmen.

Potenzial von Biogasanlagen ist noch nicht ausgeschöpft

In seinem Grußwort fordert der Präsident deshalb, diese schnellstmöglich herzustellen. Dazu gehört auch, das Potenzial der Anlagen auszuschöpfen So seien viele von ihnen zwar bereits auf flexible Stromerzeugung ausgelegt, jedoch noch nicht mit zusätzlichen Gasspeichern und einem Zugang zum Gasnetz ausgestattet. An dunklen, windstillen Tagen könnten diese Anlagen dann das bis dahin grüne Gas aus dem Gasnetz verstromen und so eine "Dunkelflaute" verhindern, wie Seide weiter ausführt. "Allein wenn wir den bestehenden Biogas-Park erhalten und optimieren, senkt das signifikant den Bedarf an neuen Gaskraftwerken", ist sich der Präsident sicher.

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Vorteile der Biogasanlagen

Ein weiterer Vorteil der kleinen, dezentralen Biogaskraftwerke: sie könnten nicht nur eine sichere Stromversorgung garantieren, sondern den Strom auch noch günstiger liefern als neue Großkraftwerke. Mit der Wärme, die bei der Stromerzeugung anfällt, wäre es möglich zahlreiche Ortschaften mit regionaler, klimafreundlicher Heizenergie zu versorgen, so seine Argumentation.

Politik muss ins Handeln kommen

Doch um das Potenzial von Biogas im Stromsektor tatsächlich zu heben, muss die Politik ins Handeln kommen. Der Verbandspräsident formulierte deshalb klare Forderungen. Unter anderem müssten Investitionshemmnisse im Erneuerbare-Energien-Gesetzt (EEG) abgeschafft werden, darunter auch die endogene Mengensteuerung, nach der in einer unterdeckten Ausschreibung jedes fünfte Gebot gestrichen werde. Seide hält zudem die "Südquote" für überflüssig. Diese sorge "in absurder Weise" zu einem Abbau gesicherter Leistung im Norden des Landes. Außerdem müssten Genehmigungsverfahren für neue Biogasanlagen vereinfacht und verkürzt werden.

Mit Material von AgE
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