Düngerstreuer-Rasen-Dünger

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Cornelia Krieg | am

Braune Flecken auf Rasen: Eigentümer will Geldersatz

Braune Flecken auf dem Rasen nach der Düngung: Muss hier der Düngerhersteller haften? Lesen Sie mehr zu einem aktuellen Urteil.

Wegen brauner Flecken auf seinem Rasen hat ein Hausbesitzer kürzlich einen Düngerhersteller auf Schadenersatz in Höhe von rund 1.200 Euro verklagt.

Der Kläger hatte im Sommer auf seinem Grundstück auf einer Fläche von 28 qm Rollrasen verlegt. Kurze Zeit später erwarb er eine 8-kg-Packung des von der Beklagten hergestellten und vertriebenen Langzeitrasendüngers, um den verlegten Rasen zu düngen. Der Hersteller bewirbt seinen Dünger mit der Aussage, es bestehe keine Verbrennungsgefahr. Um den erworbenen Dünger auszubringen, kaufte der Kläger auch einen Streuwagen.

Der Kläger gab an, er habe den Dünger 2020 mit dem Streuwagen entsprechend den Vorgaben auf trockenem Rasen, ca. 1-2 Tage nach dem Mähen ausgebracht. Er habe nur ca. 0,8 kg des Düngers verbraucht, was einer Menge für 30 qm entspreche. Anschließend sei der Rasen ca. 10 Minuten bewässert worden. Nach wenigen Tagen hätten sich auf dem Rasen erhebliche Verbrennungsschäden gezeigt. Diese würden auf einem Produktfehler des Langzeitrasendüngers beruhen. Er habe daher einen Anspruch nach dem Produkthaftungsgesetz und machte einen Betrag von rund 1.200 Euro geltend.

Gericht gibt Düngerhersteller Recht

Der Düngerhersteller widersprach der Darstellung des Klägers: Der von ihm hergestellte Dünger sei fehlerfrei, es sei davon auszugehen, dass der Beklagte das Produkt falsch angewendet habe.

Das Gericht schloss sich dem Düngerhersteller an und wies die Klage vollumfänglich ab. Es konnte keinen Anspruch des Klägers aus § 1 Produkthaftungsgesetz (ProdHaftG) erkennen. Dafür, so die Richterin müsste der Kläger vortragen und beweisen, dass die Beklagte ein fehlerhaftes Produkt in Verkehr gebracht hat und dem Kläger durch diesen Fehler ein Schaden entstanden ist.

Nach Ansicht des Gerichts hat der Kläger schon nicht ausreichend einen Produktfehler vorgetragen. So sei zum Beispiel nicht ersichtlich, welcher Art der behauptete Mangel des Düngers überhaupt sein soll. Er habe außerdem auch nichts vorgetragen, was auf einen Produktfehler des von der Beklagten in den Verkehr gebrachten Langzeitdüngers schließen ließe. Der Hausbesitzer habe nur seinen Schaden beschrieben und behauptet, wenige Tage nach der Düngung habe der Rasen erhebliche Verbrennungsschäden gehabt und Lichtbilder vorgelegt, auf denen zu erkennen ist, dass der Rasen an einzelnen Stellen braun geworden ist.

Verschiedene Ursachen denkbar

Für eine teilweise Verbräunung kürzlich verlegten Rollrasens sind laut Gericht aber verschiedene Ursachen denkbar, wie zum Beispiel mangelndes Anwachsen des aufgebrachten Rollrasens wegen Verlegungsfehlern, mangelnde Wässerung, Wurzelzerstörung durch Schädlingsbefall oder teilweise Überdüngung aufgrund ungleichmäßiger Ausbringung des Düngers.

Es lasse sich daher keinesfalls vom Schaden auf einen Fehler des Produkts schließen. Gegen einen Produktfehler spricht nach Ansicht der Richterin hier schon die Tatsache, dass der Rasen bei angeblich gleichmäßiger Ausbringung nicht gleichmäßig verbräunt ist, sondern nur einzelne braune Flecken bestehen. Hätte der Dünger einen grundsätzlichen Mangel, so müsste sich dieser auch auf der gesamten Rasenfläche ausgewirkt haben. Das ist aber – wie auf den Lichtbildern zu sehen - nicht der Fall.

Urteil des Amtsgerichts München vom 22.10.2021, Az. 113 C 2145/21. 

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