Bauernhaus mit Camper davor

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Corinna Mayer | am

Campingplätze gesucht: Als Landwirt Stellflächen anbieten

Campingurlaub boomt in Deutschland. Landwirtschaftliche Betriebe können dies mit wenig Aufwand für sich nutzen: Bieten Sie einen Bauernhof-Camping-Stellplatz an und verdienen Sie sich etwas dazu.

Seit der Corona-Pandemie wollen viele Leute lieber Urlaub in der Heimat machen. Wohnmobile und Wohnwagen sind quasi ausverkauft. Auch in der Campingsaison 2022 sind Stellplätze wieder begehrte Mangelware. Wer nicht schon vor Wochen einen Platz für seinen Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt gebucht hat, wird diesen Sommer nichts mehr bekommen. Der ADAC warnte bereits jetzt davor, spontan loszufahren und auf gut Glück einen Stellplatz zu suchen.

Bauernhöfe können mit wenig Aufwand den Mangel an Stellplätzen und den Camping-Trend für sich nutzen und einen kleinen Nebenverdienst erwirtschaften: Einfach eine passende Fläche auf dem Hof finden, etwas herrichten, Fotos machen, Netzwerk raussuchen, anmelden und erste Gäste willkommen heißen.

Hofladen und Direktvermarktung sind von Vorteil

Besonders Höfe mit Hofladen oder Direktvermarktung können von Urlauberinnen und Urlaubern profitieren, da sie ihre landwirtschaftlichen Produkte an sie verkaufen können. Ideale Stellplätze sind Streuobstwiesen, Waldränder, ebene Flächen neben einer Weide, ein Grünstreifen. Ein WC und ein Stromanschluss können vorhanden sein, es ist aber kein Muss.

Hilfe beim Start

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Onlineanbietern und Netzwerken, die bei der Einrichtung und bei der Vermittlung und Buchung helfen. Die meisten sind als Start-Ups in den letzten zwei Jahren entstanden, nur wenige sind schon länger am Start, wie z.B. Landvergnügen. Sie variieren zum Teil etwas in der Ausrichtung, mal mit App, mal als Buch, mal international, mal niedersächsisch, mal als Community, mal alles kontaktfrei.

Wir haben einige Anbieter rausgesucht, bei denen Landwirtinnen und Landwirte einen Stellplatz ganz unkompliziert anmelden können. Es ist nur eine kleine Auswahl – es gibt noch viele, viele mehr...

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Parkn‘Sleep: Die Parking App

Am wenigsten Aufwand für den Landwirt, verspricht der Anbieter der Stellplatz-App Parkn‘Sleep. Auf dieser Plattform können sich Stellplatzanbieter wie Privatleute oder Bauernhöfe einfach anmelden. Es gibt eine spezielle Sparte „Bauernhof“, auf der Landwirts- und Forstbetriebe zu finden sind. Die Gäste können die angebotenen Stellplätze nicht reservieren, sondern per App einsehen, wo etwas frei ist. Den Wunschstellplatz fahren die Gäste dann einfach an und checken per QR-Code-Scan ein. Der Gastgeber hat damit keine weitere Mühe, sondern bekommt lediglich eine Nachricht, dass jemand seinen Stellplatz nutzt. Ob die Übernachtung komplett kontaktfrei bleibt oder Gastgeber und Camper einen fröhlichen Abend mit Bier und Wein miteinander verbringen, bleibt allen freigestellt. Park´n´sleep stammt aus der Schweiz. Das Konzept hat letztes Jahr einen Innovationspreis im Schweizer Tourismus erhalten.

Anmelden und weitere Infos unter: parknsleep.eu

Hinterland: Wildcampen gezähmt

Nach eigenen Angaben sind sie Deutschlands Marktführer für Zelt- und Stellplätze bei privaten Gastgebern. Die Vermittlungs-Plattform zählte im letzten Jahr 25.000 Übernachtungen bei Hof- und Landbesitzern. Einige Gastgeber konnten so 2021 über 8.000 Euro (mit drei Stellplätzen) dazu verdienen, geben sie an. Camper können ihren Wunschstellplatz nach Karte oder nach Kriterien wie Toilette, Strom, Wasser etc. aussuchen. Jeder Gastgeber bestimmt, was die Gäste nutzen dürfen und wen er beherbergen möchten. Das Gastmanagement erfolgt über Camper und Gastgeber: Die Urlauber kontaktieren den Landwirt vor der Buchung über die Website und stellen sich kurz vor. Die Zahlungsabwicklung dagegen regelt der Anbieter.

Weitere Infos und Registrierung unter: hinterland.camp

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AlpacaCamping: Stellplätze ohne Campingfirlefanz

Die junge Online-Buchungsplattform (gegründet März 2021) für Camper-Stellplätze im Grünen, am See, auf Vereinsflächen, für Privatpersonen, am Meer, auf einem Flugplatz oder einfach abgeschieden in der Natur. Sie wollen eine legale Alternative für Wildcamping anbieten. Für Landwirte ist die Registrierung kostenlos, es müssen lediglich einige Angaben gemacht und Bilder von der Stellfläche/dem Hof hochgeladen werden. So wird der Stellplatz dann auf der Website vorgestellt. Buchungen erfolgen rein online über das zentrale Buchungssystem der Plattform. Auch die Abrechnung erfolgt über AlpacaCamping. Pro Stellplatz schlagen die Anbieter eine Gebühr von 10 bis 20 Euro/Tag vor, wird aber individuell vom Landwirt selbst entschieden. Mittlerweile hat die Webseite über 2.200 Stellplätze in Deutschland und Österreich im Angebot und plant einen Ausbau nach Italien und Frankreich.

Weitere Infos und Registrierung unter: alpacacamping.de

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