Ein Traktor beim Grubbern auf einem Feld.
Ellen Hartmann | am

Ceres Award: Ein Landwirt mit viel Herzblut

Johannes Müller aus Göttingen ist mit Leib und Seele Landwirt und bewirtschaftet gemeinsam mit seinen Eltern einen Biobetrieb. Den gibt es schon seit 32 Jahren. Jetzt ist Müller Finalist beim Ceres Award.

"Ich begeistere mich schnell für neue Arten, besonders wenn sie gut schmecken!", so Müller über seine Begeisterung für den Gemüseanbau. Direkt nach seinem Agrarwissenschaftsstudium ist der Junglandwirt in den Biobetrieb seiner Eltern in Göttingen eingestiegen. Schon seit 32 Jahren setzen die Müller's hier auf Bio. Seit Johannes Müller mit eingestiegen ist, ist der Hof stetig gewachsen. 

Bunte Möhren oder große Kartoffeln: Müller setzt auf Nischenprodukte

Heute baut die Familie auf rund 100 Hektar mit 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Rote Beete, Brokkoli, Blumenkohl, Möhren, Wirsing, Sellerie sowie Weiß- und Rotkohl an. Auf 200 Hektar wachsen Getreide und Kartoffeln und weitere 50 Hektar dienen dem Naturschutz. Weil sich Müller stark engagiert, steht er jetzt im Finale des Ceres Awards des Deutschen Landwirtschaftsverlages. Dem Landwirt sind besonders Nischenprodukte wichtig. So erntet er unter anderem bunte Möhren fürs Schulobst, besondere Ofenkartoffeln, die für das türkische Gericht Kumpir genutzt werden können, oder auch gelbe Beete. "Die Vielzahl an Abnehmern macht den Anbau von Besonderheiten erst möglich", ist er sich sicher. Zu seinen Kunden zählen Großhändler, aber auch Abokistenbetriebe.

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Mit dem Mist schließt sich der Kreis

Für seine Mitarbeiter will Müller eine neue Gemüseaufbereitung anschaffen, da derzeit viel Zeit auf das Waschen von Möhren und das Einpacken von Kohl verwendet werde. "Durch die hofeigene Aufbereitungshalle und optimale Lagerbedingungen können wir fast das ganze Jahr über Möhren an den Großhandel liefern", erklärt der studierte Agrarwissenschaftler. Das Getreide liefert Müller zu 70 Prozent an eine Biobäckerei. Mit dem schließt sich dann der Kreis, denn Müller ist als viehloser Betrieb auf den Mist von Nachbarbetrieben angewiesen: "Ohne Dünger wächst nun mal kein vernünftiges Gemüse."

"Mein Job ist es, dass der Laden rundläuft“

Johannes Müller kümmert sich auf dem Familienbetrieb vor allem um die Bereiche Vermarktung, Monitoring und Mitarbeitereinteilung. "Mein Job ist es vor allem, dass der Laden rundläuft“, sagt der Junglandwirt. Sein Ziel ist es, immer mehr Verantwortung zu delegieren: "Das ist ein wachsender Prozess, aber man möchte ja auch mal in den Urlaub fahren." Neben der Verantwortung für die wirtschaftliche Lage des Hofes, hat Müller aber auch eine zweite Leidenschaft: Landtechnik. Die lebt er aus, wenn er neue Geräte für den Biolandbau mit verschiedenen Maschinenherstellern entwickelt und sie dann auch testen kann. "So kann ich beide Interessen optimal verbinden." Hierfür arbeitet er mit Firmen aus der Landwirtschaft sowie den Universitäten Göttingen und Kassel zusammen. 

Junglandwirt macht sich stark für Wertschätzung von Lebensmitteln

"Es wird immer noch viel zu viel weggeschmissen", weiß der 27-Jährige, der sich bemüht, Verbraucher für den Wert von Lebensmitteln zu sensibilisieren. Um Kunden das Thema näher zu bringen, möchte er in Zukunft ein Schaufeld für Schulen und Kindergärten anlegen. Hier sollen die Kinder dann selbst ernten dürfen. "Wir wohnen zwar auf dem Land, aber der Bezug zur Landwirtschaft ist bei vielen verloren gegangen", weiß der Landwirt. Der Ceres Award wird im Herbst in Berlin verliehen. 

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