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Anne-Maria Revermann | am

Coronavirus: Bauern sorgen sich wegen fehlender Erntehelfer

Vor der anstehenden Spargelsaison droht vielen Landwirten ein Engpass bei Erntehelfern.

Der Kampf gegen das Coronavirus berührt längst den Alltag von Millionen Bundesbürgern. Das sorgt auch für Anspannung auf dem wichtigen Lebensmittelmarkt - und für Engpässe auf manchen Feldern. Spargelbauern bangen um Erntehelfer aus Osteuropa. Es wird befürchtet, dass Teile der Ernte womöglich auf den Feldern bleiben müssen.

Branche und Bundesregierung betonen allerdings, dass die Nahrungsversorgung in Deutschland nicht in Gefahr sei.

Angst vor Corona-Infektion

Viele Erntehelfer, zum Beispiel aus Polen, blieben aus Angst vor einer Infektion in diesem Jahr zu Hause. Bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein hieß es, vor allem die geschlossene Grenze nach Polen sorge für Unruhe, da auf vielen Höfen Arbeitskräfte aus Osteuropa im Einsatz sind.

In Brandenburg befürchtet der Beelitzer Spargelverein große Ernteeinbußen. Hunderte Helfer aus Rumänien könnten nicht anreisen. Auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wird befürchtet, dass viel zu wenig Arbeitskräfte zum Ernten kommen.

Strategie für Landwirte in Quarantäne nötig

"Wir laufen auf eine bedrohliche Situation zu", sagte der Vizepräsident des Landvolks in Niedersachsen, Ulrich Löhr. Teile der Ernte müssten womöglich auf den Feldern bleiben. Auch der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauern befürchtet Engpässe bei der Ernte, für die mehr als 180.000 Saisonarbeitskräfte benötigt werden.

Den Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, auch Beschäftigte aus der Gastronomie in der Landwirtschaft einzusetzen, nehme er ernst, so Löhr. "In der Situation, in der wir uns jetzt befinden, gibt es gar keine Denkverbote." Auch Studenten seien als Erntehelfer willkommen.

Löhr forderte auch eine Strategie für den Fall, dass Landwirte in Quarantäne kommen. Angesichts der Entwicklung der Fallzahlen sei das möglich. "Wer versorgt dann die Tiere?", fragte er. Außerdem sei jetzt die Zeit, in der die Felder bestellt werden müssten. Geschehe das nicht, drohten auch deswegen Ernteausfälle und leere Regale in den Geschäften. "Die Landwirtschaft ist systemrelevant", sagte Löhr.

 

Mit Material von dpa

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