Bäcker knetet Teig
Christel Grommel | am

Coronavirus: Wie steht es um Bäcker und Metzger?

Schlangen vor den Bäckern und Metzgern - aber nicht alle Betriebe machen in der Corona-Krise gute Geschäfte. Welche Folgen hat die Krise für sie?

Die Zahl der Bäckereien und Fleischereien sinkt in Deutschland seit Jahren. 

Derzeit halten sie die Versorgung der Menschen aufrecht und man sieht oft lange Schlangen vor den Handwerksgeschäften. Dieser Schein kann aber trügen: Nicht alle machen gute Geschäfte während der Corona-Krise.

Manche Bäcker oder Fleischer sind schon jetzt in Not - die Zahl der Betriebe könnte weiter sinken. 

Das Geschäftsmodell entscheidet

Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks sieht den entscheidenden Punkt beim jeweiligen Geschäftsmodell: "Welche materiellen Folgen die Krise hat, hängt massiv davon ab." Bäcker, die überwiegend Brot und Brötchen anböten, dürften nur einen kleinen Umsatzrückgang verzeichnen.  

Anders sei das bei Bäckereien, die mehr anböten und lieferten: "Bäckern, die Catering anbieten, oder Kantinen beliefern, bricht dagegen ein großer Teil des Umsatzes weg." Das gelte auch für Bäckereien, die gleichzeitig ein Café betreiben oder für Verkaufsstellen an Bahnhöfen oder Flughäfen. "Bäckereien in Tourismusorten verzeichnen Umsatzeinbrüche von bis zu 90 Prozent". Zahlreiche Betriebe hätten bereits Kurzarbeit angemeldet. 

Auch ungewöhnliche und kreative Geschäftsideen wie Bäckerretter-Gutscheine würden nicht ausreichen, so der Zentralverband. Deshalb sei die Entscheidung der Bundesregierung, für Kredite der KfW zu 100 Prozent zu bürgen, ein wichtiger Schritt. Es seien aber auch nicht rückzahlbare Finanzhilfen notwendig.

Unabhängig von der Corona-Krise setzte sich der Konzentrationsprozess in der Branche fort. Im vergangenen Jahr verringerte sich die Zahl der Bäckereien nach Angaben des Zentralverbands um vier Prozent.

Betriebssterben auch im Fleischerhandwerk

Ebenso wie bei den Bäckereien geht die Zahl der Fleischer auch unabhängig von der Krise zurück. Der Deutsche Fleischer-Verband sieht einen wesentlichen Grund in den hohen Investitionen bei einer Neugründung, auch wegen strenger lebensmittelrechtlicher Vorschriften. Teils sei auch die Betriebsübernahme ein Problem. 

Aktuell geht es den Fleischereien ähnlich wie den Bäckereien: Haben die Betriebe einen hohen Catering-Anteil, verzeichnen sie erhebliche Umsatzeinbußen. Auch in "leergefegten" Stadtlagen hätten die Betriebe Probleme. 

"Fleischereien, die hauptsächlich über die Theke verkaufen und gut erreichbar sind, können derzeit eher Umsatzzuwächse verzeichnen", berichtet der Hauptgeschäftsführer des Fleischer-Verbands. 

Mit Material von dpa

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