Traktor auf Feld Ökolandbau
Christel Grommel | am

Deutsche Landwirte immer mehr an Ökolandbau interessiert

Immer mehr Bauern interessieren sich für eine Umstellung auf den Ökolandbau. Das gab der Deutsche Bauernverband (DBV) am Mittwoch bekannt.

Laut aktuellem DBV-Konjunkturbarometer können sich 18,4 Prozent der Landwirte eine Umstellung auf den Ökolandbau vorstellen. Das Umstellungsinteresse ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen: 2018 lag die Zahl der interessierten Landwirte noch bei 16 Prozent und 2017 bei 15 Prozent. In den Jahren davor lagen diese bei etwa elf Prozent. 

Fest zur Umstellung entschlossen waren 2019 allerdings nur knapp drei Prozent, bei den schweinehaltenden Betrieben an die vier Prozent. 

Öko-Preisniveau muss für Wachstum stimmen

Der DBV-Öko-Beauftragte Wendorff hält die Realisierung des 20-Prozent-Ziels von Bund und Ländern für möglich: „An den Bauern wird es nicht scheitern, wenn der Markt unsere heimischen Öko-Produkte aufnimmt. Die Bauern stellen um, wenn die Vermarktung und das Öko-Preisniveau gesichert sind.“

Der Anteil der Öko-Flächen liege derzeit bei rund zehn Prozent, über zwölf Prozent der deutschen Betriebe wirtschafteten ökologisch. Für eine weitere Umstellung müsse die Nachfrage im Einklang mit der zusätzlichen Öko-Erzeugung wachsen und Importe müssten durch heimische Rohstoffe ersetzt werden. Durch die starke Umstellungstätigkeit in den zurückliegenden fünf Jahren reiche das heimische Ökorohstoffaufkommen bereits jetzt, um den inländischen Ökokonsum an Getreideprodukten, Milch und Fleisch zu decken.

Öko-Prämie ersetzt keine fairen Preise

Die marktrelevanten Bereiche im Ökolandbau hätten laut DBV besonders stark zugelegt. Die deutsche Öko-Ackerfläche habe seit 2015 um 53 Prozent zugenommen, die Öko-Schweinehaltung um 57 Prozent und die Öko-Milcherzeugung sogar um 64 Prozent. Der Einfluss des Öko-Marktpreises auf die ökonomische Nachhaltigkeit der Öko-Betriebe sei infolge stark gewachsen.

DBV-Ökobeauftragter Wendorff ist selbst Ökolandwirt und erklärt, dass die Öko-Prämie zwar wichtig sei, aber keine stabilen Erzeugerpreise ersetzen könne. Der beim Verbraucher erzielte Öko-Mehrpreis könne nur begrenzt durch staatliche Prämien ausgeglichen werden. 

Trotzdem gelte es, die Öko-Prämie als Ausgleichzahlung für die besonderen Umweltleistungen des Ökolandbaus abzusichern. Dazu müsse entsprechend Budget in den Agrarhaushalten von Bund und Ländern eingeplant werden.

Mit Material von DBV

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