Gülle Dünung an einem Gewässer
Cornelia Krieg | am

Düngen und gleichzeitig Gewässer schützen – wie geht das?

Düngung und Gewässerschutz lassen sich miteinander in Einklang bringen. Wie? Darüber sprachen DLG-Präsident Hubertus Paetow und VKU-Vizepräsident Karsten Specht.

Schärfere Düngeregeln sollen die Belastung der Gewässer mit Nitrat und Phosphat senken. Viele Landwirte in Niedersachsen, die ihre Flächen in den sogenannten Roten Gebieten haben, fürchten aber durch die verschärften Düngeregeln für ihre Betriebe negative wirtschaftliche Folgen.

Für Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und Karsten Specht, Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), steht indes fest: Düngung und Gewässerschutz lassen sich miteinander vereinbaren ohne die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe zu sehr zu belasten. Wie, darüber diskutierten sie am 5. November in Berlin während des sogenannten DLG-Talks.

Nährstoffobergrenzen pauschal deckeln

DLG-Präsident Paetow erklärte: „Es ist unstreitig, dass wir die Nitratauswaschungen ins Grundwasser eindämmen müssen. Aufgrund der unterschiedlichen Beschaffenheit der Böden darf man die Anforderungen vom Allgäu bis nach Flensburg aber nicht über einen Kamm scheren. Deshalb müssen die Anforderungen spezifisch auf jeden Standort zugeschnitten sein – und die Wirkung durch Messungen kontrolliert werden. So kann jeder Landwirt seine Düngeeffizienz überprüfen. Es besteht zweifelsfrei in einigen Regionen Handlungsbedarf. Aber wir brauchen intelligentere Lösungen als die, die derzeit diskutiert werden, wie etwa eine pauschale Deckelung der Nährstoffobergrenzen.“

Effizienzmonitoring einführen

VKU-Vizepräsident Specht: „Übermäßig aufgebrachte Düngemittel gefährden die Qualität der Trinkwasserressourcen – und damit die nachhaltige Wasserversorgung unserer Bevölkerung, Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe. Wir müssen das Agrarsystem deswegen auf neue Füße stellen. Um Gewässer bestmöglich zu schützen, sollte sich die Düngung nicht am maximalen Ertrag orientieren, sondern am optimalen Einsatz von Düngemitteln. Böden in nitratbelasteten Gebieten gehören auf eine Schlankheitskur.“

Für den VKU-Vizepräsidenten müssen die zuständigen Behörden der Wasser- und Landwirtschaft zudem in die Lage versetzt werden, aufgrund der vorliegenden Daten nachzusteuern. Specht: „Zentral dafür ist die Einführung eines flächendeckenden, schlagbezogenen und transparenten Effizienzmonitorings auf Basis digitaler Datenübermittlung.“

Paetow und Specht waren sich abschließend einig: „Wenn es gelingt, Stoffströme digital – am besten in Echtzeit – zu dokumentieren, die Behörden direkten Zugriff auf diese Daten haben, sie auswerten und wenn nötig eingreifen können, haben wir die notwendige Transparenz im System und eine echte Lösung auf dem Tisch.“

Mit Material von DLG
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