Dünger in Säcken im Lager

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Dr. Olaf Zinke | am

Düngerindustrie mit Rekordgewinn - Bauern zahlen Rekordpreise

Die Düngerindustrie macht große Gewinne, bei den Landwirtinnen und Landwirten fressen die hohen Düngerpreise einen großen Teil der Erlöse auf.

Auch die Düngerindustrie muss mit sehr hohen Kosten leben, die Gewinne waren allerdings noch höher. Die Hersteller haben zudem davon profitiert, dass Russland und Weißrussland als Lieferanten und Wettbewerber ausgefallen sind. 

Nachdem im April bereits Yara und K + S mit dicken Gewinnen geglänzt haben, berichten nun auch die großen Hersteller aus Nordamerika wie Nutrien Ltd, Mosaic Co, and CF Industries, über ganz herausragende Gewinne, obwohl auch sie mit deutlich höheren Kosten zurechtkommen müssen. Aber offensichtlich waren die Düngerpreise noch viel höher und haben für dicke Gewinne gesorgt.

Durch das embargobedingte weitgehende Fehlen der Lieferungen aus Russland und Weißrussland ist der ohnehin nur mäßig entwickelte Wettbewerb, an einem von wenigen großen Unternehmen dominierten Markt, weiter eingeschränkt oder weitgehend außer Kraft. So kann man die Preisspirale wegen des entstandenen zusätzlichen Mangels noch weiter nach oben drehen. In den USA hat gerade die Berichtssaison begonnen und dortige Analysten sagen, dass die großen Düngemittelhersteller ihre größten Quartalsgewinne seit vielen Jahren verbuchen, nachdem es auch aufgrund der Ukraine-Krise Versorgungsengengpässe bei fast allen wichtigen Pflanzennährstoffen gibt.

Düngerindustrie in USA und Europa als Krisengewinner

So gehen die meisten Marktbeobachter davon aus, dass die führenden nordamerikanischen Düngemittelhersteller, wie Nutrien Ltd , Mosaic Co und CF Industries, von den Sanktionen gegen Russland und Weißrussland, den weltweit zweit- und drittgrößten Kaliproduzenten, massiv profitieren. Auch der Ausfall Russlands als einer der größten Lieferanten von Stickstoff, Phosphat, Harnstoff und Ammoniak, macht sich massiv bemerkbar und bietet die Chance für andere Hersteller diese Lücke zu stopfen – zu höheren Preisen.

Weltweit befinden sich die Düngerpreise auf einem Niveau, das mindestens seit der Lebensmittelkrise 2008 nicht mehr erreicht wurde (siehe Grafik). In Europa liegen die Preise oftmals noch darüber. Das bestätigten auch die Gewinnentwicklungen der europäischen Düngerhersteller: Der deutsche Kali-Hersteller K+S AG hob seine Kerngewinnprognose für das Gesamtjahr im April um 40 % an.

Yara und K+S mit melden höhere Gewinne

Auch der norwegische Düngergigant Yara International meldet trotz der hohen Gaspreise und Werksstillegungen einen stärker als erwarteten Gewinn. In seinem Quartalsbericht sagt Yara: Der Nettogewinn belief sich im ersten Quartal auf 947 Millionen US-Dollar gegenüber 14 Millionen US-Dollar im Vorjahr, was hauptsächlich höhere Verkaufspreise (für Dünger) widerspiegelt, die die höheren Erdgaskosten mehr als ausgleichen.“ Das ist zwar etwas wortkarg, hört sich jedoch etwas anders an als die Begründung zur Stilllegung von Werken wegen der hohen Gaspreise.  

Die K+S Aktiengesellschaft hatte die Gewinnerwartung der K+S Gruppe Mitte April für das Geschäftsjahr 2022 auf 2,3 bis 2,6 Mrd. Euro angehoben, nach einer vorigen Prognose von 1,6 bis 1,9 Mrd. Euro und einem Vorjahresgewinn von „nur“ 969 Millionen. Dort heißt es: „Die Anhebung des Ausblicks ist im Wesentlichen auf weiter steigende Durchschnittspreise im Kundensegment Agrar (Düngerpreise) zurückzuführen. Diese werden die erwarteten Kostensteigerungen insbesondere für Energie, Logistik und Material deutlich überkompensieren.“

Ob das die Landwirte über ihre Erlös- und Kostenrelation auch sagen können, ist mehr als fraglich.

 

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