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Kristina Wienand | am

Energiekosten senken: Mit diesen Tipps und Tricks gelingt es

Der Herbst steht vor der Tür, viele Menschen fürchten die explodierenden Energiekosten. Deshalb haben wir für Sie nützliche Tipps zum Sparen beim Heizen und im Haushalt zusammengestellt:

Wohnen und Heizen

  • Raumtemperatur: Im Haushalt entfallen im Schnitt sieben Prozent unseres Energieverbrauchs auf das Heizen. Wer die Raumtemperatur um einen Grad senkt, spart bereits bis zu sechs Prozent Energie. „Maximal 18 bis 20 Grad reichen als Temperatur in Räumen aus“, sagt Anja Floetenmeyer-Woltmann, Chefin der Klimaschutzagentur. Die Klimaschutzagentur Hannover berät Privatleute und Gewerbetreibende dabei, wie sie am besten Energiekosten einsparen und mehr für das Klima tun können. Floetenmeyer-Woltmann ergänzt: „Wer dann friert, dem rate ich zu Wärmflaschen, an den Füßen wirken sie Wunder“. Weiterer Tipp: Abends im Wohnzimmer kann man die Temperatur ruhig absenken und auch im Schlafzimmer darf es für einen erholsamen Schlaf kühler sein.
  • Heizung: Tauschen Sie in die Jahre gekommene Heizungspumpen aus: Ein altes Modell kann ein Stromfresser sein. Der Austausch gegen eine neue, hocheffiziente Pumpe spart laut Verbraucherzentrale etwa 90 Prozent Strom. Heizen Sie nur zu den Zeiten, in denen Sie zu Hause sind und warme Räume benötigen. Achten Sie auch darauf, dass die Heizung entlüftet und nicht durch Möbel oder dicke Vorhänge verdeckt ist. Auch Staub und Flusen können die Wärmeabgabe mindern. 
  • Lüften: „Lieber auf das Fenster auf Kipp verzichten und stattdessen Stoßlüften“, rät Gerold Tammen, LWK-Berater für den Bereich Energietechnik. Dabei das Fenster fünf bis zehn Minuten komplett öffnen, danach wieder schließen und die Innenräume wie gewohnt heizen, wie Tammen schildert. Das sei Energie sparend. 
  • Abdichtungen: Im Herbst und Winter kann kühle Luft durch Türunterkanten und Fenster hereindringen. Tipp: Mit elastischen Dichtungsbändern lassen sich diese Kanten abdichten. Besonders lohnt sich das bei Türen zu unbeheizten Räumen wie etwa zu Keller oder Dachboden. Bis zu fünf Prozent an Heizkosten können der Klimaschutzagentur Hannover zufolge vermieden werden, indem die Türen zwischen den Räumen geschlossen werden.
Solarzellen auf dem Dach eines Hauses

Bad und Wäsche

  • Duschen: Lieber Duschen statt Baden! Denn eine Bad in der Wanne verbraucht durchschnittlich dreimal so viel Wasser wie ein Duschvorgang und ist damit dreimal so teuer. Wer darüber hinaus die Duschzeit verkürzt und die Wassertemperatur etwas absenkt, spart neben Warmwasser auch Energie. Wenn Sie das Wasser mit Strom erhitzen, lohnt sich außerdem ein Sparduschkopf in Badewanne und Dusche. Solche Duschköpfe haben einen kleineren Kopf und bündeln das Wasser. Damit verbraucht man weniger Wasser als mit einem regulären Duschkopf oder gar bei einer Regendusche. Tipp: Ein Durchflussbegrenzer, der für einen festgelegten Wasserdurchfluss unabhängig vom schwankenden Wasserdruck sorgt, spart bis zu 30 Prozent Wasserkosten. Hände sollten Sie immer mit kaltem Wasser waschen.
  • Fönen: Der Haarfön ist ein echter Stromfresser: Zehn Minuten Haare föhnen verbraucht laut Klimaschutzagentur genauso viel Strom wie eine LED-Lampe, die 83 Tage brennt. Besser die Haare nur kurz anfönen und dann an der Luft trocknen lassen.
  • Waschen: Die Wäsche sollte man generell sammeln und die Waschmaschine nur gut gefüllt laufen lassen. Waschen Sie zudem mit niedrigen Temperaturen von 30 °C bis 40 °C. Das reicht bei normal verschmutzter Alltagswäsche völlig aus. Statt einen Trockner zu benutzen, lassen Sie die Wäsche einfach an der Luft trocknen. Das geht auch im Winter. Nutzen Sie außerdem das Eco-Programm: Das dauert zwar etwas länger, spart aber Wasser und Energie.

    Wissenswert: Eine aktuelle Umfrage beweist den Sparsinn vieler Menschen: 61 Prozent der Befragten gaben in einer Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur an, ihren Energieverbrauch effizienter zu gestalten, indem sie beispielsweise den Eco-Modus bei Wasch- und Spülmaschine einschalten. Für die repräsentative Umfrage wurden Mitte August gut 2000 Menschen befragt.
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Haushalt und Küche

  • Kühlschrank: Stellen Sie die Temperatur im Kühlschrank richtig ein: 7 °C im oberen Fach reichen vollkommen aus. Wenn Sie die Temperatur um nur 1 °C niedriger stellen, steigt Ihr Stromverbrauch schon um etwa sechs Prozent. Halten Sie die Türen von Kühl- und Gefrierschrank nicht zu lange offen und schließen Sie diese so schnell wie möglich wieder. Lassen Sie Speisen erst komplett abkühlen, bevor Sie sie in den Kühlschrank stellen. Wenn sich im Kühlschrank oder in der Gefriertruhe Eis angesammelt hat, lohnt sich das Abtauen.
  • Backofen: Backen mit Umluft spart der Verbraucherzentrale zufolge etwa 15 Prozent Energie im Vergleich zu Ober- und Unterhitze. Bei den meisten Speisen wie Aufläufen, Fertiggerichte, Pizza oder Kuchen können Sie aufs Vorheizen verzichten und zudem den Backofen einige Minuten früher ausmachen.
  • Kochen: Kochen und braten Sie immer mit Deckel. Das spart Zeit und Strom. Füllen Sie den Wasserkocher nur mit der Menge, die Sie auch tatsächlich benötigen. Den Wasserkocher können Sie auch nutzen, wenn Sie zum Beispiel Wasser zum Kochen brauchen: Das Erhitzen im Wasserkocher geht viel schneller! Auch Gerichte aus einem Topf zu kochen, spart Energie, weil man dafür nur eine Herdplatte verwenden muss. 
  • Spülmaschnine: Nutzen Sie auch hier das Eco-Programm der Spülmaschine oder niedrige Temperaturen von 45 °C bis 55 °C.
Melkstand

Wohnen und Arbeiten

  • Licht: Ersetzen Sie Glüh- und Halogenlampen durch sparsame LED. Sie verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Strom und sind in allen Fassungen und Formen zu haben. Vergessen Sie nicht das Licht auszuschalten, wenn Sie es nicht benötigen! Sonst - z.B. im Keller - sind Bewegungsmelder eine sinnvolle Lösung.
  • Steckdosen: Nutzen Sie abschaltbare Steckerleiste - nicht nur für Router und Computer, sondern auch für Steh- oder Tischlampen. Dennn diese Lampen verbrauchen auch im ausgeschalteten Zustand oft weiter Strom.
  • Computer: Die sogenannte Stand-By-Funktion verbraucht weiter Strom, wenn auch wenig. Vor allem bei Smart-TVs, Druckern oder Spielekonsolen lohnt sich das Abschalten besonders, wenn Sie sie gerade nicht verwenden. Nutzen Sie dafür am besten eine schaltbare Steckerleiste: Dann können Sie alle Geräte auf einmal ausschalten. Nutzen sie einen Laptop statt eines Desktop-PCs. Denn Laptops verbrauchen grundsätzlich viel weniger Strom als Desktop-Computer. Wenn Sie den Rechner vor allem fürs Surfen, für Office-Anwendungen oder zum Filme schauen nutzen wollen, dann überlegen Sie, ob ein Laptop für Sie nicht ausreicht. Nutzen Sie beim Computer den „Energiesparmodus“ oder „Ruhezustand“ – vor allem wenn Sie oft den Arbeitsplatz verlassen. Richten Sie Ihren Computer so ein, dass dieser nach spätestens 15 Minuten Inaktivität in eine der beiden energiesparenden Einstellungen wechselt. Die Verwendung eines Bildschirmschoners beim Computer ist keine Energiesparmaßnahme. Der Monitor und die Grafikkarte des Computers verbrauchen gerade bei bunten bewegten Bildern mehr Strom. Weiterer Tipp: Wenn Sie nicht die maximale Helligkeit des Bildschirms einstellen, dann sparen Sie etwas Strom.
  • Smartphone: Beim Smartphone können Sie nachts in den Flugmodus wechseln: So müssen Sie weniger oft aufladen. Lassen Sie Ladegeräte nicht weiter in der Steckdose. Sie könnten sonst zu heimlichen Stromfresser werden.
Mit Material von dpa, HAZ, Verbraucherzentrale, LWK
Kühe fressen am Futtertisch im Stall

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